von Jörg Bernhard
Nach dem in letzter Minute verhinderten Sturz von der Fiskalklippe gab es auch beim besonders zyklischen Edelmetall Silber eine Hoffnungsrally. Ein massiver Einbruch der Weltkonjunktur wäre Gift für Silber gewesen, schließlich stammt rund die Hälfte der Silbernachfrage aus diversen Industriesektoren. Finanzinvestoren haben im vergangenen Jahr – bedingt durch die Aussicht auf quantitative Lockerungsmaßnahmen in Japan, Europa und den USA – zwar ihr Exposure bei Silberinvestments tendenziell ausgebaut, könnten eine konjunkturbedingte Nachfragelücke aber höchstwahrscheinlich nicht schließen. Vor allem an den Terminmärkten griffen in den vergangenen 12 Monaten große und kleine Spekulanten bei Silber-Futures beherzt zu. Deren Netto-Long-Position (positive Markterwartung) kletterte von 14.132 Kontrakte (27.12.11) auf 46.708 Futures (25.12.12), was einem Zuwachs von immerhin mehr als 230 Prozent entspricht.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Silberpreis mit höheren Notierungen. Bis gegen 8.05 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Silber (März) um 0,093 auf 31,10 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Marke von 93 Dollar zeitweise überwunden
Erstmals seit Mitte Oktober gelang der US-Sorte WTI ein temporäres Comeback über die Marke von 93 Dollar. Aus charttechnischer Sicht wird nun die Luft aber aus mehreren Gründen dünner. Zum einen nähert sich der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit aktuell 66 Prozent der überkauften Zone und zum anderen treten bei 94 Dollar erhebliche Widerstände auf. Im Oktober scheiterte der Öl-Future mehrfach an dieser Hürde.
Unter fundamentalen Aspekten stehen am Nachmittag mehrere Termine zum US-Arbeitsmarkt auf der Agenda. Neben dem Challengerbericht über Stellenstreichungen (13.30 Uhr) und dem ADP-Monatsbericht (14.15 Uhr) dürften sich die Investoren vor allem für die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe (14.30 Uhr) interessieren. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten soll es in der letzten Dezemberwoche einen Anstieg von 350.000 auf 363.000 Erstanträge gegeben haben.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 8.05 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,180 auf 92,94 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,32 auf 112,15 Dollar zurückfiel.
Bildquellen: Julian Mezger