14.02.2013 07:00
Bewerten
 (0)

Verband: Spekulanten treiben Preise für Agrarland hoch

Spekulationsobjekt Agrarland: Verband: Spekulanten treiben Preise für Agrarland hoch | Nachricht | finanzen.net
Spekulationsobjekt Agrarland

Äcker und Weiden werden in Deutschland immer teurer. Das Agrarland wird zunehmend zum Spekulationsobjekt und der Druck auf die bäuerlichen Betriebe immer größer.

Davor warnt Florian Gleißner von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Vielfach sind die Pacht- und Bodenpreise in solch astronomische Höhen geklettert, dass sie sich betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnen", sagt der AbL-Sprecher vor einer Podiumsdiskussion mit Betroffenen und Politikern am Donnerstag in Jevenstedt: Für junge Bauern wird es so immer schwieriger an Land zu kommen, um sich eine Existenz aufzubauen.
Anzeige
Gold kaufen
Sie möchten in physisches Gold investieren? Nutzen Sie die günstigen Konditionen im finanzen.net Goldshop.
zum Shop

  Hintergrund ist, dass sich die Preise für Acker- und Grünland nicht nur an der Bodenqualität orientieren, sondern auch am Flächenbedarf in der Region. Landwirtschaftlich genutzte Flächen werden in Deutschland immer knapper. Unter anderem, weil immer mehr Energiepflanzen angebaut werden, aber auch durch eine starke Nachfrage nach Bebauungs-, Verkehrs- und Ausgleichsflächen. Der Wettbewerb um die Flächen werde stärker, erklärt Gleißner: Bauunternehmer, Händler und Manager investieren in landwirtschaftliche Flächen und machen den Bauern Konkurrenz. "Äcker und Weiden werden zunehmend zum Spekulationsobjekt". So wurde 2011 zwischen Flensburg und Garmisch mit landwirtschaftlichen Immobilien ein Umsatz von 1,55 Milliarden Euro gemacht: Ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

     In Schleswig-Holstein kostete landwirtschaftlicher Boden 2011 im Schnitt knapp 19.000 Euro. "In Spitzenlagen mit gutem Boden und guter Verkehrsanbindung wird der Hektar zum Teil für 40.000 Euro gehandelt", weiß Gleißner.

   Landwirte besitzen jedoch nur einen Teil ihrer Agrarflächen selber. 60 Prozent der Felder und Wiesen sind zugepachtet. Und auch die Pachtpreise sind "nach langer Stagnation" seit 2007 explodiert: "Für uns als landwirtschaftlicher Bio-Gemischt-Betrieb kann man Pachtpreise bis 400 Euro pro Hektar und Jahr noch rechnen. Aber immer häufiger wird Pachtland angeboten für 800 Euro und mehr: Das ist Wahnsinn und für den klassischen Landwirt, der auf Lebensmittelerzeugung ausgerichtet ist, unbezahlbar", sagt Gleißner. Solche Preise seien nur von spezialisierten Betriebe zu erwirtschaften, die Sonderkulturen anbauen wie Erdbeeren oder auch Mais für die Biogasanlage.

    Gleißner befürchtet, dass die Dörfern entvölkert werden, wenn in Äckern und Wiesen nur noch Geldanlagen oder Spekulationsobjekte gesehen werden: Dann werden dort an den Wochenenden fast ausschließlich Nicht-Landwirte wohnen, und unter der Woche werden die Orte zu Geisterstädten, warnt er.

    JEVENSTEDT (dpa-AFX)

Bildquellen: andrea lehmkuhl / Shutterstock.com, PRILL / Shutterstock.com

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.213,030,28
0,02%
Kupferpreis5.768,39-141,10
-2,45%
Ölpreis (WTI)52,620,15
0,29%
Silber17,000,01
0,07%
Super Benzin1,35-0,01
-0,51%
Weizen169,50-0,25
-0,15%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber
1g Goldbarren46,18
+0,1
5g Goldbarren200,90
+0,2
10g Goldbarren390,11
+0,2
1 Uz Goldbarren1.177,04
+0,2
Krügerrand1.185,76
+0,1
Maple Leaf1.185,76
+0,1
American Eagle1.194,89
-0,0
Zum Edelmetallshop

Diamanten zur Wertanlage

  • 2 Karäter
  • 1 Karäter
  • 3/4 Karäter
  • 1/2 Karäter
  • 1/3 Karäter
1,01-1,03 ctD20.916,38
-0,58
1,01-1,03 ctE15.382,45
-0,58
1,01-1,03 ctF12.896,87
-0,58
1,01-1,03 ctG10.974,07
-0,58
1,01-1,03 ctH9.332,65
-0,58

Heute im Fokus

DAX deutlich schwächer -- Asiens Börsen mehrheitlich fester -- Zalando erreicht erstmals Umsatzmilliarde im Quartal -- May kündigt laut britischen Medien harten Brexit an -- Beiersdorf im Fokus

Alstom steigert Umsatz im dritten Geschäftsquartal moderat. Eurokurs legt zu. Deutsch-italienischer Streit um Fiat Chrysler spitzt sich zu. Ölpreise geben etwas nach. Schäuble setzt auf freien Handel mit den USA. Italien wohl in Verhandlungen mit EU-Kommission über Staatsdefizit.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG 710000
Deutsche Bank AG 514000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
Commerzbank CBK100
BMW AG 519000
BASF BASF11
Apple Inc. 865985
Allianz 840400
HUGO BOSS AG A1PHFF
Deutsche Telekom AG 555750
Nordex AG A0D655
Bayer BAY001
Deutsche Lufthansa AG 823212
Siemens AG 723610