von Julia Groß, Euro am Sonntag
Das Wachstum der Rohstoffnachfrage in den vergangenen Jahren hat großen Energie- und Bergbaukonzernen enorme Gewinne beschert. Ihre Aktionäre haben davon aber lang nicht so stark profitiert. Jetzt deutet sich nach Meinung vieler Branchenexperten zudem das Ende des Superzyklus an: Die Nachfragemuster ändern sich, die Preise bleiben zwar tendenziell hoch, werden aber schwankungsanfälliger.
Deshalb lohnt es sich für Anleger, den Rohstoffhorizont zu erweitern. Abseits von Ölkonzernen und Minenbetreibern locken hochspezialisierte Nischenhersteller, die in den kommenden Jahren ein deutlich höheres Wachstumspotenzial aufweisen werden. So gibt es eine ganze Reihe von Technologien und Stoffen, die die Verarbeitung von Erdöl ersetzen oder effizienter gestalten. Neuartige Kunststoffe sparen Treibstoff in Verkehrsmitteln wie Autos und Flugzeugen. „Carbonverbundstoffe machen zum Beispiel rund die Hälfte des Gewichts der neuen Boeing 787 Dreamliner aus. Sie sind 50 Prozent leichter als Aluminium und 75 Prozent leichter als Stahl“, sagt Sreejith Banerji, Portfoliomanager, des Vontobel Future Resources (ISIN: LU 038 440 616 0). Mit Titeln wie dem Carbonproduzenten Hexcel erzielte er im laufenden Jahr ein Plus von knapp zwölf Prozent.
Attraktiv findet Banerji auch die Technologielieferanten für die Ausbeutung von Schiefergasvorkommen oder Tiefseeölfeldern sowie für die Herstellung moderner Biokraftstoffe. „DSM entwickelt etwa sehr interessante Biokraftstofftechnologien, denen der Markt aber noch skeptisch gegenübersteht und die er dementsprechend nicht einpreist“, sagt der Fondsmanager.
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