30.08.2013 16:14
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Tankstellen müssen Daten für Benzin-Transparenzstelle liefern

    BONN (dpa-AFX) - Der Startschuss für die Benzin-Preismeldestelle ist noch nicht gefallen, aber für die Tankstellen geht es an diesem Wochenende los. Sie sind ab Samstag (31.8.) per Gesetz und Verordnung verpflichtet, ihre Preise für Benzin und Diesel unverzüglich an die Markt-Transparenzstelle zu melden. Damit erreichen die Vorbereitungen für quasi amtliche Benzinpreise ihre heiße Phase.

    Vor zwei Wochen hatten sich 13.000 der rund 14.500 Tankstellen in Deutschland mit ihren Geodaten und Öffnungszeiten bei der Markt-Transparenzstelle angemeldet und damit begann das Ticken der Uhr. Zwei Wochen später, so steht es in der Verordnung, beginnt die Lieferpflicht der Tankstellen für ihre Daten. Der Autofahrer hat davon erstmal noch nichts. Im Sommer, so ist die offizielle Sprachregelung des Bundeskartellamtes, soll die Stelle dann offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Also in den nächsten drei Wochen, dann beginnt der Herbst. Entscheidend ist aber, dass alle Systeme rund laufen.

    Die Autofahrer können dann künftig die Benzin- und Dieselpreise der Tankstellen ohne Zeitverzug über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte abrufen und vergleichen. "Zahlreiche Tankstellen melden ihre Preise schon jetzt in der vorgesehenen Form und in der notwendigen Taktung. Einige Verbraucherinformationsdienste speisen die Preisdaten bereits in ihre Programme ein, so dass das Gesamtsystem derzeit umfassend getestet werden kann", sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt in Bonn. "Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg."

    Der Bundestag hatte die Markt-Transparenzstelle für Kraftstoffe im vergangenen Jahr per Gesetz beschlossen, um den Informationsstand der Autofahrer zu verbessern und die Spritpreise zu stabilisieren. Benzin- und Dieselpreise konnten bislang schon im Internet oder per Smartphone-App abgerufen werden. Doch die Daten waren nicht immer zuverlässig.

    Mit der Markt-Transparenzstelle erhalten die Autofahrer quasi amtliche Angaben, die von den Tankstellen auf einer gesetzlichen Grundlage geliefert werden müssen. Eine staatliche Preiskontrolle ist damit nicht verbunden. Die Daten werden privaten Anbietern von Apps und Navigationssystemen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Produkten weiterverbreiten. Möglicherweise werden die Daten zu Beginn nur auf Webseiten im Internet abrufbar sein, weil die Apps für mobile Telefone zunächst geprüft und zertifiziert werden müssen. Ob die Apps gratis oder gegen einen Geldbetrag abgegeben werden, entscheidet der Anbieter. Bislang sollen sich fünf Verbraucher-Informationsdienste an den Tests beteiligen, darunter der ADAC und clever-tanken.de.

    Über die Auswirkungen der erhöhten Markttransparenz sind sich Experten nicht einig, da keine vergleichbaren Erfahrungen vorliegen. Es gibt verschiedene Szenarien. Das Auf und Ab der Preise, das sich seit Jahren immer mehr beschleunigt hat, könnte einerseits einem stabileren Preisgefüge auf etwas höherem Niveau Platz machen. Denn nicht nur die Autofahrer, auch die Anbieter verfügen nun über vollständige Markttransparenz. Es wäre aber auch denkbar, dass sich der Wettbewerb nochmals verschärft und die Preise noch stärker schwanken./egi/DP/stb

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