Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober kostete gegen Mittag 116,23 US-Dollar. Das waren 1,32
Dollar mehr als am Vortag. Das Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) verteuerte sich um 73 Cent auf 97,99 Dollar.
Bereits am späten Mittwochabend sorgte die US-Notenbank für neue Kauflaune an den Ölmärkten. Das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der Fed machte deutlich, dass die Notenbank weiter Anleihen kaufen wird, falls die lahmende Konjunktur nicht stärker in Schwung komme. Die Hoffnung auf ein weiteres Öffnen der Geldschleusen durch die Fed sorgte insgesamt für mehr Risikofreude an den Finanzmärkten und beflügelte auch die Ölpreise.
Neben Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank ("QE3") hätten auch jüngste Daten zu den Ölreserven in den USA für Kauflaune gesorgt. Am Vortag meldete die US-Regierung einen erneuten starken Rückgang der Rohöllagerbestände um 5,4 Millionen Barrel. Nach Berechnungen der Commerzbank sind die Ölreserven der größten Volkswirtschaft der Welt innerhalb von acht Wochen um 26,4 Millionen Barrel gefallen. Ein Abschmelzen der Reserven wird gemeinhin als Hinweis für eine stärkere US-Nachfrage gedeutet und hat in der Regel steigende Ölpreise zur Folge.
Dagegen ging der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zurück. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 112,20 US-Dollar. Das sind acht Cent weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX)
Bildquellen: iStock