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25.02.2013 10:31
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Krise im Griff - Fällt jetzt der Goldkurs?

Vermögensverwalter-Kolumne
In Zeiten unsicherer Finanzmärkte und ausufernder Staatsschulden greifen Investoren gern auf das Edelmetall zurück.
Guido vom Schemm, Geschäftsführer MERITO Asset Management

Der Goldpreis hat eine beeindruckende Rallye hinter sich, doch Ökonomen prognostizieren weiterhin steigende Preise von bis zu 2.000 USD pro Feinunze. Mit der Rückkehr der Sicherheit an die Märkte ist auch eine Verlangsamung der Preisdynamik zu beobachten, die markttechnischen Indikatoren sind derzeit schwach. Dennoch ist es ratsam, in das glänzende Metall zu investieren. Die angespannte Haushaltslage in den Industriestaaten ist nicht der einzige Grund für ihre Haltung. Auch die laxe Geldpolitik der Industriestaaten, niedrige Zinsen und die steigende Nachfrage der Notenbanken sprechen fürs Gold.

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Es scheint als ob das gelbe Metall bei den Marktteilnehmern in Ungnade gefallen ist. Die Nachfrage nach Goldbarren und –münzen ist in 2012 zurückgegangen, die Panikstimmung bei Privatanlegern scheinbar verschwunden. Dies schlägt sich auch im Goldpreis nieder, der sich seit einem Jahr in einer Seitwärtsrange befindet. Der langfristige Trend ist nach wie vor intakt und erst Preise unter 1.550 USD könnten problematisch werden.

Niedrige Zinsen und die internationale expansive Geldpolitik sind die Haupttreiber für den Goldpreis und werden die Marktteilnehmer noch weiter begleiten. Aus dem letzten Fed- Sitzungsprotokoll war zwar herauszulesen, dass die Anleihenkäufe der US-Notenbank bereits in diesem Jahr ein Ende finden könnten, da bei einigen Beteiligten die Sorge um eine mögliche Inflation und Blasenbildung am Kapitalmarkt wächst. Diese Überlegungen führten zu erheblichen Verunsicherungen an den Kapitalmärkten, bedeuten aber vorerst noch kein Ende der expansiven Geldpolitik in den USA: Denn Anleiheverkäufe aus dem Bestand und damit eine Reduzierung der Zentralbankbilanz dürften erst ein Thema werden, wenn die US- Wirtschaft wieder brummt. Volkswirte erwarten dies frühestens für 2015. Solange dürften auch die Zinsen niedrig bleiben, denn erst im Dezember 2012 hatte die Fed ihre Niedrigzinspolitik an die Arbeitslosenquote gekoppelt.

Auch die anderen Industrienationen werden ihren geldpolitischen Kurs weiter fortsetzen. Die Europäische Zentralbank ist durch das schwache Wirtschaftswachstum und die hohe Verschuldung der Peripheriestaaten an die Niedrigzinsen gekettet. Für diese sind in Anbetracht der unvermindert hohen Schuldenlast höhere Zinsen kaum tragbar. Im Gegenteil: Mit der aktuell fragilen Euro-Wirtschaft wird einer nochmaligen Zinssenkung in den kommenden Wochen sogar Tür und Tor geöffnet. Der neueste Übeltäter an der Notenpresse ist Japan, dessen Regierungschef Abe die Ankurbelung der japanischen, exportorientierten Wirtschaft über die Schwächung des Yen und eine inflationsfördernde Geldmengenvermehrung konsequent verfolgt.

Seitens der Nachfrage gibt es ebenfalls starke Argumente für Gold. In den letzten 3 Jahren sind die Zentralbanken vom Nettoverkäufer zum Nettokäufer von Goldpositionen mutiert. Im letzten Jahr waren die Käufe sogar so hoch wie seit 48 Jahren nicht mehr: 535 Tonnen Gold kauften sie an, eine Steigerung von 17% gegenüber 2011. Die Zentralbanken scheinen sich gegen finanzpolitische Risiken weiterhin abzusichern. Insbesondere die Schwellenländer spielen eine bedeutende Rolle, in 2012 tätigten beispielsweise Brasilien und Paraguay signifikante Goldkäufe. China und Indien sind nach wie vor die wichtigsten Nachfrager, hier schwächelte die Nachfrage zuletzt allerdings aufgrund des geringeren Wirtschaftswachstums und höherer Importsteuern. In Indien hat die Goldnachfrage jedoch schon wieder angezogen, die niedrigeren Preise scheinen antizipiert worden zu sein.

Aufgrund seiner beschränkten Vermehrbarkeit kann Gold seine Wertaufbewahrungsfunktion im Gegensatz zu Papier- und Buchgeld besser erfüllen. Zwar ist Gold nicht so selten, wie es den Anschein hat, jedoch lohnt sich der Abbau von Kleinstmengen in geringer Konzentration wirtschaftlich meist nicht, steigende Energiekosten und Umweltauflagen verschärfen das Problem weiter. Vor diesem Hintergrund konnte sich Gold in der Vergangenheit als Stabilisator im Depot bewähren und gehört in jedes gut strukturierte Portfolio. Die Krise in Europa ist noch nicht gelöst, es wurden lediglich die Symptome gelindert. Der Kampf um die Staatsverschuldung der USA wird in eine neue Etappe gehen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Probleme erneut an die Oberfläche kommen.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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