Die weitaus größere Menge stammt allerdings aus dem Winterweizen, der dann erst gesäät und erst im Sommer des Folgejahres geerntet wird. Und diese Haupternte könnte jetzt durch die gerade durch Europa ziehende sibirische Kältewelle gefährdet sein, meinen Analysten und scheint auch der Markt zu befürchten, der Weizen 12,8% teurer handelt, als noch vor neun Tagen.
Weizen legt am Mittwoch weiter zu und notiert bei 6,75 US-Dollar je Scheffel (entspricht rund 27,2 kg). Beobachter führen den hohen Preis - der höchste seit September - auf die Kältewelle in Europa zurück. Der Winterweizen werde nicht durch eine Schneedecke gegen die eisigen Temperaturen geschützt, und vor allem in der Kornkammer Europas, der Ukraine, könnten die Temperaturen in den nächsten Tagen auf bis zu -26 Grad Celsius fallen. Hinzu kommen neue mögliche politische Eingriffe in den Welthandel mit Weizen. So ließ das russische Agrarministerium, das erst im letzten Jahr ein mehrere Monate andauerndes Exportverbot für Weizen aufhob, verlauten, man werde in zwei Wochen die Einführung eines Ausfuhrzolls für Getreide prüfen.
Nach der geringen Weizenernte im vergangenen Jahr hoffen Beobachter auf eine gute Ernte in diesem Jahr, sodass es zu einer Wiederauffüllung der dezimierten Lagerbestände kommen kann. Ereignisse wie diese schmälern aber die Chance, dass es auch zu einer maßgeblichen Wiederauffüllung kommen wird. Die Märkte nehmen dies bereits vorweg. Bis zur Ernte im Sommer wird jedoch noch einiges Wasser den Rhein herunterfließen und erst dann wird feststehen, wie hoch die Weizenernte in der nördlichen Hemisphäre wirklich ausfallen wird. Bis dahin könnten die Preise aber auf einem hohen Niveau verharren.
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