... vergangenen Jahr, die die Zuckerpreise an der amerikanischen Terminbörse ICE um 27% drückte, preisen die Terminbörsen jetzt steigende Preise ein. Vor sechs Monaten handelte der Julikontrakt mit einem Abschlag von über sechs Prozent zum Märzkontrakt - jetzt ist für ihn ein Aufschlag von vier Prozent zu bezahlen.
Analysten führen das auf die jüngsten Markteinschätzungen zurück. Sowohl das US-Landwirtschaftsministerium als auch die internationale Zuckerorganisation ICO sind pessimistisch, was die diesjährige Ernte anbelangt. Die Märkte antizipieren daher keine neue Überschussproduktion mehr, sondern gehen eher von einem Defizit aus. Dieses Umdenken könnte sich in steigenden Preisen niederschlagen.
Indien und Brasilien, die für fast vierzig Prozent der Welternte stehen, könnten in diesem Jahr weniger Zucker an den Markt bringen. In Brasilien ist das wetterbedingt. Die dortigen Produzenten vermelden mögliche Ernteeinbußen. Wegen der steigenden Ölpreise wird Brasilien außerdem große Mengen Zuckerrohr zu Ethanol verarbeiten. Dies - Ernteverluste und höhere Nachfrage - lassen geringere Exportmengen aus Brasilien möglich werden, womit auf dem Weltmarkt weniger Zucker zur Verfügung stehen könnte.
Was die Ernte in anderen Erdteilen anbelangt, handelt es sich bislang um bloße Spekulation. Die Märkte wetten darauf, dass etwa auch in Indien weniger geerntet werden könnte. Bis zum Frühjahr, wenn die ersten verlässlichen Erntestatistiken von Nordindien verfügbar sind, sind das aber bloße Spekulationen. Und selbst dann kann die zweite Ernte im Herbst noch die Erntebilanz im Gesamtjahr deutlich verändern.
Dennoch tendieren die Märkte momentan dazu, einen steigenden Preis vorwegzunehmen. Die Preise könnten also tatsächlich steigen. Wegen der hohen Unsicherheit über die indische Ernte könnte der Anstieg aber volatil verlaufen.
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