Für Rohstoffanleger besonders interessant sind die darin einzeln aufgeschlüsselten Importdaten für Rohstoffe. Der jüngste Bericht lässt auf eine insgesamt robuste Nachfrage schließen, wobei die Daten, die für den Monat Juni gelten, besonders positiv für Palladium, Zinn und Kupfer ausfielen.
So importierte China im Juni so viel Kupfer wie zuletzt im Januar dieses Jahres, während die Kohleimporte gegenüber dem Vorjahr um 9% zulegen konnten. Die Importe von Erdgas erreichten ein historisches Hoch und China wurde im Juni zu einem Nettoimporteur von Diesel. Im Bereich der Agrarrohstoffe zeigen die Daten ein weiterhin reges Interesse an Importen von Mais, Weizen, Kakao und Kaffee, während die Einfuhren von Palmöl auf den höchsten Stand in diesem Jahr wuchsen.
Wenig ermutigend sind hingegen die Importdaten für Erdöl. Sie gingen im Juni um 300.000 Barrels pro Tag gegenüber Mai zurück und fielen außerdem das erste Mal in diesem Jahr unter 5 Millionen Barrel/Tag. Die Baumwollimporte fielen auf den niedrigsten Stand seit September 2010, während die Platinnachfrage weiter rasch abnahm. Analysten von Barclays zufolge ist die zurückgehende Platinnachfrage auf die Preissensitivität der chinesischen Schmuckkäufer zurückzuführen.
"Insgesamt glauben wir, dass es zu früh ist, um allzu bärisch über die chinesischen Importdaten zu werden", schreibt Barclays. "Unserer Meinung nach können Veränderungen in den Lagerbeständen oft die zugrundeliegenden Nachfrageänderungen überdecken." Tatsächlich zeigt sich etwa am Beispiel von Kupfer, das sich Baukonzerne und andere Verbraucher des Industriemetalls seit Jahresbeginn an eigenen Lagerbeständen bedienten, was diese Vorräte bis heute dezimiert hat. Nun beginnen chinesische Kupferverbraucher, diese dezimierten Lagerbestände wieder aufzufüllen. Neben Kupfer könnten nach Einschätzung von Barclays auch Palladium, Zinn und "potenziell Öl" von einer Wiederauffüllung chinesischer Lagerbestände in der zweiten Jahreshälfte profitieren können.
Dennoch sollten Anleger berücksichtigen, dass Chinas Rohstoffbewirtschaftung volatil und intransparent ist. Negative Meldungen bzgl. Wachstum, Inflation und Zinsentwicklung können rasch auf die Rohstoffpreise drücken. China ist für die Rohstoffmärkte Segen und Fluch.
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