Die Lagerbestände in Europa und den USA befinden sich unter dem Durchschnitt, was den Markt anfällig macht für nervöse Preisspitzen. Zuletzt hat sich die Nervosität am Ölmarkt aber zumindest etwas gelegt. Trotzdem könnte nun ein schwächer werdender US-Dollar für Preiszuwächse sorgen.
Erdöl der Sorte Brent verteuerte sich im Jahr 2011 um 13,8% auf 107,64 Dollar pro Barrel, WTI um 8,7% auf 99,37 Dollar pro Barrel. Seit Jahresbeginn verteuerte sich Öl weiter. Brent stieg um 4,87 Dollar, WTI um 1,37 Dollar. In der Spitze war Brent am 12. Januar bereits um 7,48 Dollar über den Stand des alten Jahres gestiegen.
Eine Entspannung an verschiedenen Fronten hat die Preise jedoch zuletzt etwas nach unten gedrückt. Zum einen hat sich die Gefahr eines unmittelbaren bewaffneten Konflikts zwischen Iran und dem Westen entschärft, nachdem die EU bekannt gab, eine Entscheidung über ein Ölembargo gegen den Iran um sechs Monate zu verschieben. Außerdem erholt sich die libysche Ölproduktion schneller als erwartet. Des weiteren setzten die nigerianischen Gewerkschaften die Massenproteste von letzter Woche aus, nachdem der Präsident zustimmte, Treibstoffsubventionen wieder einzuführen.
Trotz des nachlassenden geopolitischen Risikos könnte der Ölpreis wieder auf seine Jahreshochs steigen. Das Währungspaar Euro zum US-Dollar hat sich seit dem Tief am Freitag bei 1,2626 US-Dollar wieder um 1,4% erholt und obwohl es wahrscheinlich ist, dass der weitere Trend des Währungspaars sich engmaschig an der Entwicklung der Euroschuldenkrise orientieren und volatil bleiben könnte, könnte die zuletzt gewachsene Risikobereitschaft der Anleger für eine Erholung sorgen. Ein steigender Euro zum US-Dollar würde dann den Ölpreis beflügeln.
Anleger sollten jedoch beachten, dass die Entwicklung des Ölpreises Unsicherheiten ausgesetzt ist. Selbst wenn die dargestellten Erwartungen eintreffen können sich andere Einflussfaktoren, wie z.B. die allgemeine Entwicklung der Weltwirtschaft, negativ auf den Ölpreis auswirken. Gerade eine Konjunkturabkühlung in China oder eine dramatische verschärfung der Schuldenkrise in Europa oder den USA könnten zu deutlichen Einbussen im Ölpreis führen.
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