Die Ernte in Brasilien, dem größten Zuckeranbauland der Erde, wird in diesem Jahr 36,8 Millionen Tonnen erreichen, 2012 könnten es schon 37,2 Millionen Tonnen sein, schätzt Morgan Stanley in einer Studie.
Hedgefonds und andere spekulative Marktteilnehmer haben zuletzt ihre Long-Engagements in Zucker drastisch reduziert. Sie setzen an der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX mit nur noch 130.403 Kontrakten auf steigende Zuckerpreise. Das ist der niedrigste Stand seit Mitte Oktober 2007. Damals, als die spekulativen Longs das letzte Mal so niedrig waren, begann ein Aufwärtsschub beim Zuckerpreis von 9,7 auf 15 Cents.
Es ist allerdings zweifelhaft, ob diese Entwicklung sich - trotz der historischen Ähnlichkeit der Handelsstatistiken aus den USA - im neuen Jahr wiederholen wird. Die Analysten von Morgan Stanley gehen von einer schwachen Tendenz bei den Zuckerpreisen aus. Allerdings hat dieser Markt in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er für eine Überraschung gut sein kann.
Harald Weygand, Head of Trading bei Godmode-Trader.de, sieht im Bereich von 21,85 Cents eine technische Unterstützung im Zuckerpreis. "Da in den zurückliegenden Jahren auf oder unter dieser Linie Auflagepunkte ausgebildet wurden, lässt sich dieses Verhalten der Marktteilnehmer in die Zukunft projizieren. Der Markt hat diese Linie im Fokus, der Markt erinnert sich an sie, der Markt ist auf die Linie psychisch konditioniert", schreibt der Chartanalyst. Die Aussichten für Zucker könnten also - zumindest kurzfristig und aus charttechnischer Sicht - gar nicht so schlecht stehen.
Anleger sollten berücksichtigen, dass neue Ernten weiterhin gut ausfallen und somit der weltweite Überschuss sich ausweiten könnte. Außerdem sollten sie in jedem Fall beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/ oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für künftige Wertentwicklungen sind.
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