Bernhard Wenger, Gastautor von Euro am Sonntag
Auch für Privatanleger hat die positive Wertentwicklung über die vergangenen zehn Jahre Rohstoffe zu einer attraktiven Anlagealternative zu Aktien oder Anleihen gemacht. Mit Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, also börsengehandelten Rohstoffen, können Investoren wählen, ob sie währungsbesichert oder auf Basis des US-Dollar investieren wollen.
Viele Investoren sehen in Rohstoffen eine Antwort auf die aktuellen Marktentwicklungen. Gold etwa ist als „sicherer Hafen“ gefragt. Denn unterm Strich bleibt Investoren angesichts niedriger Zinsen und einer steigenden Inflation mit Anleihen oder festverzinslichen Anlagen vielfach nur eine negative Rendite. Das Edelmetall verspricht Anlegern dagegen Schutz vor einer Geldentwertung oder auch vor Ausfällen bei Staatsanleihen. ETCs auf das Edelmetall haben daher zuletzt Mittelzuwächse von mehr als knapp 1,4 Milliarden US-Dollar seit Jahresanfang erlebt.
Mit Investments in Öl und andere zyklische Rohstoffe — wie beispielsweise das Industriemetall Kupfer — nutzen Investoren dagegen die Schwankungen an den weltweiten Märkten taktisch aus. Während der Ölpreis stark von der politischen Entwicklung im Nahen Osten abhängt, reagiert Kupfer insbesondere auf Veränderungen der erwarteten Nachfrage aus China.
Eines haben die unterschiedlichen Rohstoffinvestments jedoch gemeinsam: Die Währungsentwicklung ist ein wichtiger Renditetreiber. Denn die Rohstoffe — von Öl über Sojabohnen bis zu Edelmetallen — werden in der Regel in US-Dollar gehandelt. Mit Produkten, die eine tägliche Währungsabsicherung beinhalten, können Investoren dieses Risiko nun minimieren. Durch die Währungsabsicherung entwickeln sich die Rohstoffpositionen gleichmäßiger, was allerdings nicht in jeder Marktphase die Performance steigert.
Unterschiedliche
Währungszyklen nutzen
Die Währungskurse sind ein wichtiger Bestandteil der Gesamtrendite von Rohstoffinvestments. So hat ein Investor aus dem Euroraum in den DJ-UBS-Commodity-Index in den zurückliegenden zehn Jahren bis zum Jahresende 2011 eine Rendite von elf Prozent in Euro erzielt. Ein währungsbesichertes Investment in den breiten Rohstoffindex brachte dagegen ein Plus von 66 Prozent und schnitt damit erheblich besser ab.
Auch wenn der US-Dollar in diesem Zeitraum vergleichsweise kontinuierlich gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung verloren hat, zeigt die US-Währung jedoch insbesondere in Krisenzeiten ihre Stärke. So hat der US-Dollar in der Finanzkrise nach der Insolvenz von Lehman Brothers im Herbst 2008 gegenüber dem Euro zugelegt. Wer damals in Gold einen „sicheren Hafen“ in der Krise gesucht hat, ist mit einem Investment ohne Währungsabsicherung besser gefahren. Auch zuletzt hat der US-Dollar angesichts der anhaltenden Schuldenkrise gegenüber dem Euro an Wert gewonnen.
Die Wechselkurse schwanken vor allem kurzfristig teilweise erheblich. Dies stellt insbesondere jene Investoren vor Schwierigkeiten, die taktisch in Rohstoffe investieren und beispielsweise von den politischen Bewegungen des Ölpreises profitieren wollen. Neben den jeweiligen Marktbedingungen müssen sie bei ihren Investmententscheidungen die kurzfristig schwer zu prognostizierenden Währungsausschläge berücksichtigen. Eine Währungsabsicherung bietet sich daher an, wenn Investoren mit ihren taktischen Investments nicht gezielt Positionen im US-Dollar suchen. Angesichts der hohen Volatilität ist es hierbei wichtig, ein währungsneutrales Investment möglichst genau abzubilden.
Während viele Produkte im Markt die Währungspositionen monatlich absichern, bieten beispielsweise die zehn in Deutschland gelisteten ETCs von ETF Securities eine Währungsabsicherung auf täglicher Basis für die wichtigsten einzelnen Rohstoffe wie etwa Gold, Öl oder Kupfer sowie für Agrarrohstoffe, Edelmetalle oder den breiten DJ-UBS-Commodity-Index. Durch die tägliche Abbildung lassen sich Wechselkursrisiken effektiver ausschließen. Die Währungsabsicherung kostet Investoren aus dem Euroraum eine zusätzliche Gebühr von 22 Basispunkten jährlich. Investoren haben daher mit den Rohstoffprodukten mit täglicher Währungsabsicherung ein effizientes Instrument, um ihre Rohstoffinvestments gezielt mit oder ohne Währungskomponente umzusetzen. Renditen lassen sich damit gerade in Schwächephasen der US-Währung erheblich steigern.
zur Person:
Bernhard
Wenger,
Director bei
ETF Securities
Der Autor verantwortet den Vertrieb von ETF Securities in Deutschland, Österreich sowie Mittel- und Osteuropa. Bereits seit Einführung von ETFs und ETCs im europäischen Markt hat er sich intensiv mit diesen Produkten beschäftigt.
ETF Securities ist ein führender unabhängiger Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs) und auf Rohstoffinvestments spezialisiert. Aktuell verwaltet das Unternehmen 2012 ein Vermögen von
22 Milliarden Euro.
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