New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street meldet am Mittwochmittag New Yorker Zeit deutliche Abschläge. Dabei belasten relativ schwache Daten zum US-Handelsbilanzdefizit. Zudem stehen enttäuschende Disney-Zahlen und überraschend stark gestiegene Öllagerbestände im Fokus. Der Dow Jones verliert derzeit 1,20 Prozent auf 12.606,91 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,08 Prozent auf 2.840,81 Punkte nachgibt. Der S&P 500 fällt um 1,26 Prozent auf 1.340,03 Punkte.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte für die Woche zum 06. Mai 2011 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 8,2 Prozent. In der Vorwoche war ein Plus von 4,0 Prozent gemeldet worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 9,0 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 6,7 Prozent zulegte. Dabei belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 4,67 Prozent, was einer Abnahme um 0,09 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche entspricht. Ferner hat sich das US-Handelsbilanzdefizit im März 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums vergrößert. So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 6,0 Prozent auf 48,2 Mrd. US-Dollar erhöht, während Volkswirte 47,7 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im Februar wurde ein Passivsaldo von 45,4 Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei kletterten die Exporte um 4,6 Prozent auf 172,7 Mrd. US-Dollar. Die Importe zogen um 4,9 Prozent an auf 220,8 Mrd. US-Dollar. Am Abend werden zudem noch Daten zum US-Staatshaushalt im April erwartet.
Im Mittelpunkt des Investoreninteresses steht heute der bereits gestern nach Börsenschluss erfolgte Quartalsausweis von Walt Disney . Der Medien- und Entertainmentkonzern verfehlte im zweiten Fiskalquartal 2010/11 die Erwartungen der Analysten. So belief sich das verwässerte Ergebnis je Aktie im Berichtszeitraum auf 49 Cents. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert entspricht dies einer Steigerung von 2 Prozent. Insgesamt wurde der Nettogewinn auf 942 Mio. US-Dollar beziffert, nach 953 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal 2010. Der Umsatz konnte von 8,58 Mrd. US-Dollar auf 9,08 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 56 Cents bei einem Umsatz von 9,13 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit negativen Einflüssen durch die Disney Cruise Line und das Disney Resort in Tokio. Der Themenpark war infolge des Erdbebens und Tsunamis in Japan zeitweise geschlossen worden. Die Aktie gibt im Mittagshandel um 4,8 Prozent nach.
Im Blick stehen heute ferner die Anteilsscheine von Macy`s (Macys). Die Kaufhauskette hat im ersten Quartal einen drastischen Gewinnsprung erzielt. Dabei profitierte man von einem soliden Umsatzwachstum, einer Kostenkontrolle, geringeren Zinsaufwendungen sowie Sonderbelastungen im Vorjahr. Die Erwartungen wurden geschlagen. Zudem wurde die Jahresprognose erhöht. Der Nettogewinn lag bei 131 Mio. US-Dollar bzw. 30 Cents pro Aktie, nach zuvor 23 Mio. US-Dollar. Der Umsatz nahm um 5,7 Prozent auf 5,89 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 18 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 5,86 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS von 2,40 bis 2,45 US-Dollar (zuvor: 2,25 bis 2,30 US-Dollar). Analysten sehen hier einen Gewinn pro Aktie von 2,34 US-Dollar. Darüber hinaus hat das Board beschlossen, die Quartalsdividende auf 10 Cents pro Aktie zu verdoppeln. Das Papier legt um 7,1 Prozent zu. Nachbörslich stehen heute unter anderem noch die Quartalszahlen von Cisco Systems zur Veröffentlichung an.
AIG (American International Group (AIG)) rücken um 3,5 Prozent vor. Der Versicherungskonzern, der sich zu 92 Prozent in Besitz der US-Regierung befindet, verlautbarte, dass er und das US-Finanzministerium im Rahmen eines öffentlichen Angebots insgesamt 300 Millionen AIG-Aktien verkaufen werden. Den Angaben zufolge wird AIG 100 Millionen eigene Aktien ausgeben und verkaufen, während das US-Finanzministerium 200 Millionen AIG-Anteile veräußern wird. Dabei wird das US-Finanzministerium Unterwritern zudem die Option einräumen, bis zu 45 Millionen zusätzliche Aktien zu erwerben. Aus dem Verkauf der Anteile durch die US-Regierung werden AIG keine Erlöse zufließen. (11.05.2011/ac/n/m)