WEIZEN & CO.
von Marc Hofmann, Euro am Sonntag
Die Deutsche Bank will auch künftig Finanzprodukte auf Agrarrohstoffe anbieten. Das bestätigte Vorstandsmitglied Jürgen Fitschen am Rand der Grünen Woche in Berlin. Nachdem Umweltverbände in der Vergangenheit mehrfach kritisiert hatten, dass Rohstoffspekulationen die Lebensmittelpreise treiben würden, kündigte die Bank 2011 eine Untersuchung an. Der nun vorliegende Abschlussbericht liefert laut Fitschen keine stichhaltigen Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Hunger in der Welt und den Finanzprodukten.
Rückendeckung erhielt Fitschen dabei von vier Forschern der Martin-Luther-Universität Halle. Das Team um Ingo Pies hat 35 Forschungsarbeiten über den Einfluss von Finanzprodukten auf die Agrarpreise untersucht. Das Ergebnis: „Hungerkrisen sind nicht finanzwirtschaftlich verursacht, sondern haben realwirtschaftliche Ursachen“, so Pies. Als Beleg führen die Forscher an, dass die Weizenspekulationen zwischen 2004 und 2006 massiv gestiegen waren. Die Preise hätten hingegen erst ab 2007 angezogen.
Die gemeinnützige Organisation Foodwatch kritisierte die Entscheidung der Deutschen Bank. Der Verein rief zu einer Unterschriftenaktion auf.
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