09.01.2013 09:20
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Gold: Ende der Kursfantasien?

Im neuen Börsenjahr dürften die Anleger am Goldmarkt gespannt auf die internationalen Notenbanken schauen.
Die weiterhin bestehenden Unsicherheiten für die Finanzmärkte, die sich aus der US-Schuldenproblematik und der Euro-Krise ergeben, könnten nämlich weitere Eingriffe erforderlich machen und damit den Goldpreis beflügeln. Allerdings zeigt das jüngste Fed-Sitzungsprotokoll, dass die US-Währungshüter die Geldflut für die Märkte schon früher als gedacht zurückfahren könnten.

Mit einem Plus von 7 Prozent konnte der Goldpreis 2012 den insgesamt zwölften Anstieg in Folge auf Jahressicht verbuchen. Allerdings fiel der Wertzuwachs im vergangenen Jahr geringer aus als in den beiden Jahren zuvor. 2011 lag der Preisanstieg bei 10 Prozent und 2010 sogar bei 30 Prozent. Gleichzeitig dürften viele Gold-Investoren enttäuscht gewesen sein, dass die Kurs-Rallye aus dem Sommer des vergangenen Jahres keine Fortsetzung fand und ähnlich wie im Vorjahr der Angriff auf die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze des gelben Edelmetalls abgeblasen wurde.

Die Entwicklung des Goldpreises dürfte im Jahr 2013 von den gleichen Kräften bestimmt werden wie 2012. Dabei war es vor allem der lockeren Geldpolitik der internationalen Notenbanken, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank (EZB), zu verdanken, dass die Inflationserwartungen an den Finanzmärkten angeheizt wurden. Da das Edelmetall seit jeher als ein so genannter „sicherer Hafen“ gilt wollten sich die Anleger somit gegen mögliche Inflationsrisiken absichern.

Zwar haben sich die Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit im letzten Moment zu einem Kompromiss durchringen können. Jedoch haben die Politiker im US-Kongress das Schuldenproblem der größten Volkswirtschaft der Welt nicht gelöst, sondern nur ein wenig Zeit erkauft. Schon in etwas mehr als einem Monat dürften die anstehenden Verhandlungen über die Schuldenobergrenze und die notwendigen Sparmaßnahmen die Finanzmärkte in Beschlag nehmen. Da auch der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt und die Erholung der US-Wirtschaft auf wackeligen Beinen stehen, könnte die Fed versucht sein ihre Politik des billigen Geldes fortzuführen.

Gleichzeitig ist die Euro-Krise trotz der jüngst gewährten Hilfsgelder für Griechenland nicht beigelegt. Eine erneute Verschärfung der Probleme in Südeuropa und die Unsicherheiten, die sich aus den anstehenden Parlamentswahlen in Italien ergeben haben, könnten die europäischen Probleme wieder stärker in den Fokus rücken. Für einen solchen Fall hat EZB-Chef Mario Draghi angekündigt, alles Notwendige zur Rettung der europäischen Gemeinschaftswährung zu unternehmen und bei Bedarf Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder in unbegrenztem Umfang aufzukaufen, was die Inflationserwartungen einmal mehr anheizen könnte.

Auf der anderen Seite zeigt das jüngste Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Fed vom 11. und 12. Dezember, dass das Anleihenkaufprogramm der US-Notenbank noch vor Ende 2013 enden könnte. Derzeit kauf die Fed monatlich Anleihen im Umfang von 85 Mrd. US-Dollar. Allerdings diskutieren die Mitglieder über ein Ende der dritten Auflage des Programms "Quantitativ Easing" (QE3) noch vor Dezember 2013.

Spekulative Anleger, die einen steigenden Goldpreis erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX14XK; Hebel 2,81; Knock-Out-Schwelle bei 1.087,90 US-Dollar) auf ein solches Szenario setzen. Spekulative Anleger, die jedoch mit einem fallenden Goldpreis rechnen, könnten mit dem Wave-XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DX14XW; Hebel 2,52; Knock-Out-Schwelle bei 2.228,30 US-Dollar) auf fallende Goldnotierungen setzen.

Stand: 07.01.2013

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Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Teams der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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