04.07.2012 09:36
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Gold: Kommt die Preiserholung in der zweiten Jahreshälfte?

Gold-Investoren könnten sich immer mehr fragen, warum ausgerechnet das als „sicherer Hafen“ angesehene Edelmetall Gold ...
... fallende Preise zu verbuchen hat, obwohl sich die europäische Staatsschuldenkrise immer weiter verschärft und erhebliche Gefahren für die gesamte Weltwirtschaft darstellen könnte. Jedoch gibt es derzeit auch einige Gründe, warum eben die Goldnachfrage nicht den erwarteten Auftrieb erhält, den man beispielsweise im vergangenen Jahr noch gesehen hatte.

Zum einen befindet sich der Goldkurs augenscheinlich immer noch in einer mehrmonatigen Korrektur, die ihn von seinem Allzeithoch bei 1.920 US-Dollar im September 2011 an die Marke von 1.600 US-Dollar geführt hat. Dabei schwankte der Goldpreis gerade in den vergangenen Wochen um diese Marke. In wie fern wir seit September 2011 eine Goldblase sehen, bleibt derzeit wohl offen. Zum anderen hat der Goldpreis aber auch mit den Folgen der Euro-Krise zu kämpfen. Aufgrund der Probleme in Europa haben nämlich die Anleger verstärkt den US-Dollar als eine Art „Sicherheitsanker“ für ihr Vermögen entdeckt. Aufgrund der daraus resultierenden Dollar-Stärke hat sich auch die Beschaffung des glänzenden Edelmetalls verteuert. Denn der überwiegende Teil des Goldhandels wird bekanntlich in der US-Währung abgewickelt.

Neben der aktuellen Stärke des US-Dollar wirken sich zudem auch einige Entwicklungen in Indien negativ auf den Goldpreis aus. Die indische Regierung hat den Importzoll im März dieses Jahres auf vier Prozent verdoppelt, um somit heimische Leistungsbilanzdefizit zu reduzieren. Dies führte zu einer Erhöhung der Preise für Goldimporteure und damit auch zu einer geringeren indischen Goldnachfrage. Außerdem müssen die indischen Goldimporteure mit einer schwächer werdenden Landeswährung fertig werden. So hat die indische Rupie seit Anfang Februar um mehr als 10 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert eingebüßt. Die Gründe dafür könnten in dem rückläufigen Wirtschaftswachstum liegen, das im ersten Quartal lediglich bei 5,3 Prozent lag und damit den geringsten Wert seit neun Jahren verzeichnete.

Trotz der aktuellen Schwäche des Goldpreises, könnte das Edelmetall aber immer noch eine gute Depotbeimischung darstellen. Gerade aufgrund des aktuellen Rückgangs könnte es eine günstige Einstiegschance bieten. Dabei sprechen zum Beispiel saisonale Aspekte dafür, dass die Goldnachfrage in der zweiten Jahreshälfte anziehen könnte. Hierbei spielen vor allem die indische Hochzeits- und Festsaison sowie das Weihnachtsgeschäft eine sehr wichtige Rolle.

Daneben könnte eine weitere Verschärfung der Euro-Krise, die internationalen Notenbanken dazu bewegen, Stützungsmaßnahmen durchzuführen. Sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch Fed-Chef Ben Bernanke haben angekündigt, dass ihre jeweiligen Notenbanken bereitstehen würden, im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation einzugreifen. Das wiederum könnte dem Goldpreis neuen Auftrieb verleihen. Obwohl der Goldpreis derzeit offensichtlich eine Korrektur erlebt, bleibt festzuhalten, dass sich der Kurs technisch in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet.

Spekulative Anleger, die an eine Erholung des Goldpreises glauben, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DB17YR; Hebel 2,48; Knock-Out-Schwelle bei 958,90 US-Dollar) auf steigende Kurse setzen. Spekulative aber eher short-orientierte Anleger könnten mit dem Wave-XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DE79P9; Hebel 2,34; Knock-Out-Schwelle bei 2.170,10 US-Dollar) dagegen auf einen fallenden Goldpreis setzen.

Stand: 02.07.2012

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Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Teams der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.

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