21.05.2017 16:33
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Wie investiert man eigentlich in Kakao?

Bittersüße Verführung: Wie investiert man eigentlich in Kakao? | Nachricht | finanzen.net
Bittersüße Verführung
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Unter portfoliotheoretischen Gesichtspunkten sollten Anleger ihr Kapital ordentlich streuen. Hierbei bieten sich auch Rohstoffe - wie beispielsweise Kakao - als Investmentvehikel an.
Kakao zählte im Jahr 2016 mit zu den schlechtesten Rohstoffinvestments. Für die süßen Verführungen des Lebens ist es jedoch ein unverzichtbarer Grundstoff. Anleger, die sich Kakao als Portfoliobaustein vorstellen können, sollten den vorliegenden Beitrag lesen und hier einige interessante Informationen zu den Möglichkeiten rund um Kakaoinvestments finden.
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Investition in physischen Kakao

Bei einer Investition in physischen Kakao ist zu beachten, dass die Lagerung und Versicherung eine Menge an Geld verschlingen können. Daneben ist Kakao nicht unendlich lagerfähig und könnte über die Zeit an Qualität verlieren. Die Investition in physischen Kakao sollte daher für Privatinvestoren keinen großen Sinn machen.

Investitionen in Kakao-Zertifikate

Mehr Sinn insbesondere für Privatinvestoren könnte es hingegen machen, über Zertifikate am Kakaopreis zu partizipieren. Dies kann auf der Long- oder Short-Seite passieren, d.h. es kann auf steigende oder fallende Kakaopreise gesetzt werden. Bei den Zertifikaten gibt es die Möglichkeit, in Papiere von namenhaften Emittenten zu investieren, welche die Preisentwicklung des Kakaos im Idealfall 1:1 nachbilden oder mit einem bestimmten Faktor gehebelt sind. Bei gehebelten Zertifikaten (z.B. Faktor-Zertifikaten) liegt die Gewinn- aber auch Verlustmöglichkeit indes deutlich höher als bei normalen Zertifikaten - je nach gewähltem Hebel.

Da Rohstoffe an den Terminbörsen gehandelt werden und zeitlich weiter entfernte Kontrakte aufgrund von Lager- und Zinskosten für gewöhnlich einen höheren Preis als zeitlich näherliegende Kontrakte aufweisen (Contango-Situation), fallen bei der Investition in Kakao-Zertifikate gegebenenfalls Rollverluste an. Diese entstehen dadurch, dass Future-Kontrakte vor dem Auslaufen verkauft werden und das Geld in den nächsten Future überführt werden muss. Durch das Rollen in den nächsten Future soll die physische Lieferung umgangen werden. Ein Kakaopreis im Contango ist somit tendenziell mit Rollverlusten verbunden. Dies kann sogar zu der Situation führen, dass zwar der Rohstoff im Preis gestiegen ist, das Zertifikat den Anstieg jedoch nicht "perfekt" mitmachen konnte oder dem Anleger sogar einen Verlust beschert.

Manche Emittenten haben auf die beschriebene Rollproblematik bereits reagiert und bieten Zertifikate an, die solche Rollverluste minimieren oder ganz ausschalten sollen. Die anfallenden Kosten solcher Papiere sind tendenziell dann höher als bei Zertifikaten ohne diesen Mechanismus. Also: Augen auf bei der Produktauswahl.

Anders stellt sich die Situation für Anleger dar, sollte der zeitlich am nächsten liegende Kakao-Future preislich höher liegen als zeitlich weiter entferntere Futures. Hier wird von einer sogenannten Bachwardation-Situation gesprochen, die Rollgewinne mit sich bringen könnte. Notiert beispielsweise der März-Future für Kakao preislich höher als der Mai-Future für Kakao, so wird gegebenenfalls beim Verkauf des März-Future mehr Geld vereinnahmt, als für den Mai-Future aufgebracht werden muss. Rollgewinne sind dadurch möglich.

Da Rohstoffzertifikate rein rechtlich betrachtet Schuldverschreibungen sind, sollte jedem Anleger auch klar sein, dass bei einer Insolvenz des Emittenten auch das investierte Kapital verloren gehen kann. Also: Auch Augen auf bei der Wahl des Emittenten.

Investition in Kakao-CFDs

Eine weitere Möglichkeit zu einer Investition in Kakao bieten Contracts for Differences (CFDs). Der Handel mit CFDs wird von speziellen CFD-Brokern angeboten und ermöglicht ebenso wie bei Kakaozertifikaten die Partizipation am Kakaopreis auf der Long- und Shortseite. Mit nur geringem Kapitaleinsatz können private Anleger somit auch mithilfe von CFDs an der Kakaopreisentwicklung partizipieren.

Da enorme Kurssprünge bei Rohstoffen keine Seltenheit darstellen, wäre es sinnvoll einen CFD-Broker zu wählen, der die Nachschusspflicht ausschließt. Somit sollte im schlimmsten Fall höchstens das eingezahlte Kapital auf dem CFD-Konto abhanden kommen. Das sonstige Kapital des Anlegers wäre aufgrund des Ausschlusses der Nachschusspflicht nicht in Gefahr.

Preisfaktoren für den Kakaopreis

Zu den typischen primären Preisfaktoren für den Kakaopreis gehören das weltweite Kakaoangebot und die Kakaonachfrage. Das Angebot wird hierbei einerseits durch die Produktion in den Hauptanbauländern (z.B. Elfenbeinküste, Indonesien, Brasilien) bestimmt. Insbesondere durch Wettereinflüsse können dabei die Ernten unterschiedlich hoch ausfallen und entweder zu einem höheren oder niedrigeren Kakaoangebot führen.
Neben der Produktion sind jedoch auch die Lagerbestände an Kakaobohnen sowie deren Zu- und Abnahmen ein interessanter Faktor auf der Angebotsseite. Ferner ist zu beachten, dass Kakao in politisch anfälligen Regionen angebaut wird. Politische Unruhen, Putschversuche, Regierungskrisen etc. können gegebenenfalls erhebliche Auswirkungen auf das Kakaoangebot und damit auf den Kakaopreis haben.

Auf der Nachfrageseite kommt es darauf an, wie viel Kakaobohnen z.B. für die Produktion von süßen Verführungen (Schokolade) benötigt werden. Da die weltweite Nachfrage nach Schokoladenprodukten langfristig mit der Weltbevölkerung zunehmen sollte, ist auf lange Sicht wohl von einer wachsenden Nachfrage auszugehen. Daneben sollte auf lange Sicht die Zunahme der Mittelschicht in bevölkerungsreichen Entwicklungsländern für vermehrte Nachfrage sorgen können.

Interessant für die Preisentwicklung von Kakao sind jedoch auch sekundäre Faktoren, zu denen etwa der Kurs des US-Dollar zählt. Ein sich aufwertender (abwertender) US-Dollar zu anderen Währungen sollte sich tendenziell preisdämpfend (preistreibend) auf den Kakaopreis auswirken. Warum? Ganz einfach: Kakao wird in US-Dollar gehandelt. Ein stärker werdender US-Dollar macht Kakao für andere Währungsräume teurer, so dass sich theoretisch der Preis anpassen sollte. Das Resultat wäre ein tendenziell fallender Kakaopreis. Andersherum würde ein schwächer werdender US-Dollar den Kakao für andere Währungsräume billiger machen; der Kakaopreis müsste demnach eher steigen.

Weitere sekundäre Faktoren für den Kakaopreis sind saisonale Effekte. Jeder Rohstoff - so auch Kakao - hat bestimmte Phasen im Jahr, in denen Preisanstiege bzw. Preisrückgänge wahrscheinlicher sind. Informationen zu saisonalen Gegebenheiten beim Kakaopreis können für potenzielle Kakao-Investoren von enormer Wichtigkeit sein.

Fazit

Bei einem möglichen Investment in Kakao stehen somit verschiedene Investitionsvehikel zur Verfügung, die je nach Neigung und nach den spezifischen Chancen und Risiken gewählt werden können. Ob Kakao der richtige Portfoliobaustein für das private Depot ist, muss jeder Anleger selbst entscheiden. Als spannende Alternative im Rohstoff-Bereich ist Kakao wohl ein interessantes Grundprodukt.



Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Pierre-Yves Babelon / Shutterstock.com

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