aktualisiert: 16.05.2012 18:10
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Gebert-Strategie: Die erfolgreiche Formel des Physikers

Anlagestrategie: Gebert-Strategie: Die erfolgreiche Formel des Physikers | Nachricht | finanzen.net
Gebert-Strategie: Seit 1996 hat sich der Einsatz mehr als versechzehntfacht
Anlagestrategie
Mit nur vier Indikatoren schlägt der Finanzautor Thomas Gebert den DAX um Längen. Auf welche Parameter er schaut und wie Anleger davon profitieren können.
€uro am Sonntag
von Tobias Aigner, €uro am Sonntag

Rund 8.000 Zahlen in eine Excel-Tabelle tippen? Da würden die meisten Menschen abwinken. Nicht so Thomas Gebert. Anfang der 90er-Jahre will der Physiker unbedingt eine erfolgreiche Anlagestrategie finden. Er hackt die DAX-Schlusskurse seit 1962 in seinen Computer, beschafft sich Daten vom Statistischen Bundesamt und beginnt zu rechnen — mehr als zwei Jahre lang.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Gebert stößt auf eine einfache Börsenstrategie, gegen die der DAX ganz schön alt aussieht. Die Formel braucht nur vier Indikatoren: Inflation, Zinsen, Dollarkurs und Jahreszeit. Sie bestimmen darüber, ob der Anleger sein Kapital in den DAX steckt oder nicht. Dazu stellt sich der Investor einmal pro Woche vier Fragen:
1. Ist die Inflationsrate in der Eurozone niedriger als vor zwölf Monaten? 2. War der jüngste Zinsschritt der Europäischen Zentralbank eine Senkung? 3. Steht der Dollar zum Euro höher als vor einem Jahr? 4. Befinden wir uns in den Monaten November bis April?

Lautet die Antwort in mindestens drei Fällen Ja, investiert der Anleger in den DAX. Werden mindestens zwei Antworten verneint, kehrt er der Börse den Rücken und legt sein Kapital am Geldmarkt an. Bei zwei positiven und zwei negativen Antworten handelt der Investor gar nicht.

Die einfache Formel hängt den DAX um Längen ab. Gebert, der heute Börsenbücher schreibt, stellte die Methode 1996 erstmals öffentlich vor. Wer den Regeln folgte, hat seinen Einsatz bis jetzt mehr als versechzehnfacht — ohne Berücksichtigung von Steuern und Gebühren. Wer stets im DAX investiert blieb, verdreifachte sein Kapital nicht mal. 2008, als der Index um 40 Prozent abschmierte, blieb der Wert des Gebert-Depots nahezu unverändert. Auch das Minusjahr 2011 überstand es ohne Verluste. Solche Erfolge verblüffen selbst Insider. „Ich habe großen Respekt, wenn jemand eine Methode findet, die so lange so gut läuft“, sagt Robert Rethfeld, Chef des Börsendiensts Wellenreiter-Invest. Er durchkämmt die Börsendaten selbst jeden Tag nach Signalen.

Zurzeit ist die Gebert-Strategie im DAX investiert. Allerdings fällt die Entscheidung knapp aus. Zinsen und Dollarkurs sprechen aktuell für einen Verbleib an der Börse, Inflation und Jahreszeit dagegen. Anleger können die Strategie mit dem Börsenindikator-2-Zertifikat der Bank of America Merrill Lynch umsetzen (ISIN: DE 000 ML0 RR6 4). Die Zeichnungfrist für das Papier läuft noch bis 30. Mai. Ab 6. Juni ist es an der Börse handelbar.
Gebert-Strategie versus DAX (pdf)

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