aktualisiert: 16.05.2012 18:10
Bewerten
 (27)

Gebert-Strategie: Die erfolgreiche Formel des Physikers

Vier Indikatoren genügen zum Erfolg
Anlagestrategie
Mit nur vier Indikatoren schlägt der Finanzautor Thomas Gebert den DAX um Längen. Auf welche Parameter er schaut und wie Anleger davon profitieren können.
€uro am Sonntag

von Tobias Aigner, €uro am Sonntag

Rund 8.000 Zahlen in eine Excel-Tabelle tippen? Da würden die meisten Menschen abwinken. Nicht so Thomas Gebert. Anfang der 90er-Jahre will der Physiker unbedingt eine erfolgreiche Anlagestrategie finden. Er hackt die DAX-Schlusskurse seit 1962 in seinen Computer, beschafft sich Daten vom Statistischen Bundesamt und beginnt zu rechnen — mehr als zwei Jahre lang.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Gebert stößt auf eine einfache Börsenstrategie, gegen die der DAX ganz schön alt aussieht. Die Formel braucht nur vier Indikatoren: Inflation, Zinsen, Dollarkurs und Jahreszeit. Sie bestimmen darüber, ob der Anleger sein Kapital in den DAX steckt oder nicht. Dazu stellt sich der Investor einmal pro Woche vier Fragen:
1. Ist die Inflationsrate in der Eurozone niedriger als vor zwölf Monaten? 2. War der jüngste Zinsschritt der Europäischen Zentralbank eine Senkung? 3. Steht der Dollar zum Euro höher als vor einem Jahr? 4. Befinden wir uns in den Monaten November bis April?

Lautet die Antwort in mindestens drei Fällen Ja, investiert der Anleger in den DAX. Werden mindestens zwei Antworten verneint, kehrt er der Börse den Rücken und legt sein Kapital am Geldmarkt an. Bei zwei positiven und zwei negativen Antworten handelt der Investor gar nicht.

Die einfache Formel hängt den DAX um Längen ab. Gebert, der heute Börsenbücher schreibt, stellte die Methode 1996 erstmals öffentlich vor. Wer den Regeln folgte, hat seinen Einsatz bis jetzt mehr als versechzehnfacht — ohne Berücksichtigung von Steuern und Gebühren. Wer stets im DAX investiert blieb, verdreifachte sein Kapital nicht mal. 2008, als der Index um 40 Prozent abschmierte, blieb der Wert des Gebert-Depots nahezu unverändert. Auch das Minusjahr 2011 überstand es ohne Verluste. Solche Erfolge verblüffen selbst Insider. „Ich habe großen Respekt, wenn jemand eine Methode findet, die so lange so gut läuft“, sagt Robert Rethfeld, Chef des Börsendiensts Wellenreiter-Invest. Er durchkämmt die Börsendaten selbst jeden Tag nach Signalen.

Zurzeit ist die Gebert-Strategie im DAX investiert. Allerdings fällt die Entscheidung knapp aus. Zinsen und Dollarkurs sprechen aktuell für einen Verbleib an der Börse, Inflation und Jahreszeit dagegen. Anleger können die Strategie mit dem Börsenindikator-2-Zertifikat der Bank of America Merrill Lynch umsetzen (ISIN: DE 000 ML0 RR6 4). Die Zeichnungfrist für das Papier läuft noch bis 30. Mai. Ab 6. Juni ist es an der Börse handelbar.
Gebert-Strategie versus DAX (pdf)

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX um die Nulllinie -- Dow kaum bewegt -- eBay will PayPal an die Börse bringen -- Zalando: Sind Privatanleger nicht erwünscht? -- Rubel fällt auf Rekordtief -- Deutsche Bank im Fokus

Johnson & Johnson will Alios Biopharma für 1,75 Milliarden US-Dollar übernehmen. EU lässt Russland-Sanktionen in Kraft. Ford-Gewinnwarnung setzt Branche unter Druck. Spanien kürzt Etat - aber Schulden klettern über 100-Prozent-Marke. Rocket Internet startet Essens-Lieferdienst in Berlin.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Index of Economic Freedom 2014

Umfrage

Justizminister Maas will Banken verpflichten, ihre Dispozinssätze auf Ihrer Internetseite zu veröffentlichen. Was halten Sie davon?

Anzeige