von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag
Gipfeltreffen auf richterliche Anordnung: Auf Anweisung von US-Bundesrichter Joseph Spero müssen sich Apple-Chef Tim Cook und Samsung-Boss Gee-Sung Choi während der nächsten 90 Tage treffen, um die schwelenden Patentstreitigkeiten zwischen den beiden Technologieriesen bei Smartphones und Tablets, den computerähnlichen Flundern mit berührungsempfindlichen Bildschirmen, zu entschärfen.
Die Rivalität und der Erfolg der beiden Unternehmen hat den Smartphone-Markt bereits entscheidend verändert. Apple und Samsung kontrollierten Ende vergangenen Jahres 47 Prozent, also fast die Hälfte des Smartphone-Markts. Ende 2010 waren es erst 26 Prozent. Zudem ist Samsung als Marktführer bei Speicherchips, LCD- und LED-Bildschirmen einer der größten und wichtigsten Lieferanten für alle Apple-Produkte. Sollten sich die beiden Rivalen einigen können, dürfte sich das auch positiv auf das Wachstum von weiteren Märkten im Internet auswirken. Schließlich werden etliche Web-Geschäftsmodelle inzwischen wesentlich vom Smartphone- und Tablet-Boom beeinflusst.
So belebt die rasant wachsende Anzahl mobiler Geräte mit Internetzugang etablierte Märkte wie den Internethandel via Ebay, Amazon und Co. Auch das Verhalten der Nutzer ändert sich. So kann man sich beispielsweise via Facebook permanent mit seinen Freunden austauschen oder während einer Zugfahrt einen Film aus dem Internet runterladen und anschauen. Diese Entwicklung soll über den neuen Solactive Smart Mobile Index der HypoVereinsbank onemarkets mit 20 gleich gewichteten Firmen erfasst werden. Sie sind auf die Bereiche Hardware, Software, soziale Netzwerke sowie Internethandel und -spiele verteilt. Darunter sind große Namen wie Apple, Samsung, Google, Microsoft, Visa, Baidu, Amazon oder Groupon. Die sozialen Netzwerke werden durch LinkedIn oder den japanischen, hierzulande weniger bekannten, Facebook-Konkurrenten Gree vertreten. Facebook selbst könnte nach dem voraussichtlichen Börsengang im Mai sofort in den Index aufgenommen werden. Vergangene Woche wurde das passende Indexzertifikat mit unbegrenzter Laufzeit auf den Markt gebracht (ISIN: DE 000 HV3 SM1 5). Achtung: Das Produkt ist nicht währungsgesichert.