von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Praktiker hat viel Vertrauen verspielt. Wegen klassischer Managementfehler steht das Überleben der Baumarktkette auf dem Spiel. Die Rabattaktion „20 Prozent auf alles“ sorgte dafür, dass die Kunden nur noch auf die nächste Rabattwoche gewartet und die Praktiker-Märkte sonst kaum betreten haben. Anschließend sollte eine TV-Werbekampagne mit Boris Becker das Unternehmen auf Vordermann bringen. Doch dem inzwischen laufenden Sanierungsplan fiel auch der „TV-Boris“ zum Opfer. Das Rettungskonzept sieht vor, dass 1.400 Stellen gestrichen und 30 Filialen geschlossen werden. Aus Kostengründen wird auch die Konzernzentrale von Kirkel bei Saarbrücken nach Hamburg verlegt, wo die Tochtergesellschaft Max Bahr zu Hause ist.
Doch dies sind nur die Veränderungen auf der operativen Ebene. Weitaus wichtiger ist die Refinanzierung des Unternehmens. Dabei hat das neue Management unter der Leitung des Sanierers Thomas Fox bereits Erfolge erzielt und mit einem Konsortium unter Führung der Commerzbank eine entsprechende Vereinbarung getroffen.
Noch liegt freilich viel Arbeit vor dem neuen Vorstandschef. Insbesondere das negative Image und der Service sollen verbessert werden. Dies hat in den vergangenen Wochen der Kapitalmarkt positiv zur Kenntnis genommen. Die Aktie sprang vom Dezember-Tief bei 1,12 Euro bis auf 2,34 Euro kräftig an — zuletzt kam es jedoch wieder zu einer kleinen Verschnaufpause in der Erholung. Der Aktienkurs wird in den kommenden Monaten aber kaum unbegrenzt nach oben klettern. Denn noch sind zu viele Unsicherheitsfaktoren vorhanden.
Attraktive Renditen
Doch auch bei einer etwas defensiven Herangehensweise muss der Anleger nicht auf Rendite verzichten. Ein Discounter der Commerzbank (ISIN: DE 000 CK2 MKA 3) bringt schon bis Juni des laufenden Jahres 12,6 Prozent oder hochgerechnete 36,7 Prozent p. a., wenn die Aktie bis zur Fälligkeit in rund vier Monaten nicht unter 1,70 Euro fällt. Somit ist sogar ein Kursminus von 22,7 Prozent zulässig, ohne die maximale Rendite in Gefahr zu bringen.
Wem auch das noch zu offensiv ist, der greift zu einem Rabattpapier (ISIN: DE 000 CK4 VB5 7) der Commerzbank mit Cap bei 1,20 Euro (Abstand: 45,5 Prozent). Hier müssen Anleger allerdings bis September 2012 auf die Rückzahlung warten. Geht die Aktie dann auf oder über dem Höchstbetrag des Zertifikats durchs Ziel, winken 13,2 Prozent oder 21,6 Prozent jährlich.