28.03.2013 14:05

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Börse Frankfurt-News: Der politische Einfluss wächst (Zertifikate-Trends)


    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 27. März 2013. Bei steigender Volatilität setzen Zertifikate-Anleger sowohl auf fallende als auch steigende Kurse im Dax und bei Gold.

Die Zypern-Thematik samt der wechselhaften Lösungsansätze steht auch im Zertifikate-Handel im Mittelpunkt und lockt vermehrt kurzfristig orientierte Anleger. Als beispielhaft für die derzeitige Stimmung nennt Sahin Atakan den Handelstag am vergangenen Montag. "Zunächst wurde das geschnürte Rettungspaket gut aufgenommen, alles schien in Ordnung", beschreibt der Händler der Baader Bank. "Am selben Tag gab es in Folge eine Umkehrreaktion und die Märkte sackten ab."

Den Grund erkennen Analysten in gleich mehreren Tabubrüchen im Zusammenhang mit der vereinbarten Zypern-Lösung. Dazu gehörten die Erwägung, Kleinanleger zur Kasse zu bitten, die Bankenschließung sowie die Kapitalverkehrskontrollen, die es bislang in dieser Form nicht gegeben habe. Nun sorgten Marktteilnehmer sich um die Folgen für andere Krisenländer.

Von kurzfristigen DAX-Schwankungen profitieren

In diesem politischen Marktumfeld ist nach Beobachtung von Sahin zumindest auf kurze Sicht kaum eine Tendenz auszumachen. Entsprechend rauf und runter gehandelt würden Produkte auf den DAX, die wie gewohnt zu den beliebtesten Werten gehörten. "Investoren setzen dabei häufig sehr enge Preisgrenzen und ändern ihre Taktik durchaus mehrmals am Tag." Turbo Zertifikate auf den DAX beispielsweise von der Commerzbank (WKN CZ2USM) ebenso wie Turbo-Short-Zertifikate auf den DAX seien verstärkt gekauft worden. Mittelfristig erwarteten Derivate-Anleger aber weiterhin höhere DAX-Notierungen.

In den Umsatzstatistiken der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen liegen Index-Zertifikate auf den DAX (WKN 252138, 709335) ebenfalls vorn. Zudem interessierten Anleger sich für MDAX-Derivate (WKN CB4449) und Bonus-Zertifikate auf den Euro Stoxx 50 (WKN GT4NPG).

Gold wieder beliebt

Das gleiche Szenario gelte für Gold-Derivate. Kurzfristige Engagements gingen in beide Richtungen, mittelfristig gäben Anleger sich optimistischer hinsichtlich der Goldpreisentwicklung. "In diesem Segment war viel zu tun", meldet Sahin. Bei den Hebelpapieren kamen Turbo-Zertifikate gut an. Der Goldpreis hatte sich in den vergangenen Wochen wieder über die 1.600 US-Dollar pro Feinunze geschoben.

Allianz-Rallye lockt Anleger

Bei den Einzelwerten zogen Allianz-Zertifikate die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. "Die Allianz-Aktie markierte in den vergangenen Tagen den höchsten Stand seit vier Jahren", begründet Sahin. Den am Mittwoch angekündigten Kauf von Yapi Kredi Sigorta, mit dem der deutsche Versicherer zur Nummer Eins in der Türkei aufsteige, bewerteten Börsianer aber erst einmal mit Skepsis. Am Mittag gehörte die Aktie mit einem Verlust von über 3 Prozent zu den größten Tagesverlierern. Der Münchener Versicherungsriese zahle 684 Millionen Euro für einen Anteil von 94 Prozent an Yapi Kredi Sigorta und 80 Prozent an dessen Lebens- und Rentenversicherungstochter Yapi Kredi Emeklilik.

Aufmerksamkeit für BASF bleibt hoch

Nimmt man das Interesse an klassischen Optionsscheinen auf BASF (WKN CT4744) in den vergangenen Wochen zum Maßstab, erwarten Anleger zumindest mittelfristig eine Erholung der Aktienkurse des Chemieriesen, wie Sahin bemerkt. Auch BASF-Hebelprodukte (WKN UU431E) gingen bei der Baader Bank häufig über den Tisch.

© 27. März 2013/Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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