von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Schon seit November 2006 steht René Obermann an der Spitze der Deutschen Telekom. Dabei hat er etliche Turbulenzen überstanden. Besonders heftige im vergangenen Jahr. Dabei ging es positiv los: Obermann und Co arbeiteten im Frühjahr 2011 hart daran, die Konzerntochter T-Mobile USA an den US-Telekommunikationsriesen AT & T zu verkaufen.
Geplanter Erlös: 39 Milliarden Dollar. 25 Milliarden sollten dabei in Cash fließen, der Rest sollte mit AT & T-Aktien bezahlt werden. Der Plan: Ein Großteil des Erlöses sollte zur Schuldentilgung genutzt werden, ein kleinerer Teil den Anteilseignern über ein Aktienrückkaufprogramm zugutekommen.
Entsprechend freundlich entwickelte sich die Telekom-Aktie. Im Mai notierte sie mit 11,32 Euro auf einem Jahreshoch. In den Folgemonaten gingen die Verhandlungen in den USA jedoch nur noch schleppend voran. Insbesondere die US-Wettbewerbsbehörde stellte sich gegen den Deal. Das Ende vom Lied: Die Telekom musste Mitte Dezember das Ende der Verkaufsgespräche bekannt geben.
Der Plan vom großen Befreiungsschlag beim Thema Schulden hat sich damit in Luft aufgelöst — trotz eines Ausgleichspakets von vier Milliarden Dollar. Gift für die T-Aktie. Sie war schon im September unter die Acht-Euro-Marke gerutscht und konnte sich auch in den vergangenen Wochen nur leicht erholen.
Trotzdem bleibt der Konzern bei seiner Dividendenpolitik und zahlt auch im kommenden Jahr eine Dividende von 70 Cent, wodurch sich eine attraktive Dividendenrendite von gut acht Prozent ergibt. Dennoch macht der Direktkauf der Aktie eher keinen Sinn, da der Konzern langfristig unter sinkenden Margen leidet.
So kommen Bonuszertifikate mit Cap ins Spiel. Der Vorteil: Der Anleger sichert sich indirekt die hohe
Dividendenrendite, da die eine Voraussetzung für gute Zertifikatekonditionen bildet. Gleichzeitig werfen diese Papiere eine hohe Rendite ab, wenn eine untere Schwelle nicht verletzt wird. Dabei sollte der Anleger freilich auf einen ausreichenden Risikopuffer achten. Unsere Empfehlung: ein Bonus-Cap-Zertifikat der BNP Paribas (ISIN: DE 000 BN7 NEG 8) mit einer Barriere bei sechs Euro und einer Laufzeit bis Ende Dezember 2012. Der Schwellenabstand beträgt aktuell rund 33 Prozent. Zudem notierte die T-Aktie noch nie unter der Schwelle: Das bisherige Rekordtief liegt knapp unter der Acht-Euro-Marke. Es wurde im Jahr 2009 markiert und auch 2011 nicht unterschritten. Für Anleger ist so eine Bonusrendite von derzeit 19,8 Prozent drin (20,1 Prozent p. a.).
Bildquellen: Deutsche Telekom