18.01.2013 16:00
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Biotech-Zertifikate: Gesunde Perspektiven

Biotech-Pillen braucht die Welt
Boom bei Biotech
2012 erzielten Biotech-Aktien eine exzellente Performance. Branchenindizes stiegen um bis zu 40 Prozent. Viele Faktoren sprechen dafür, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt.
€uro am Sonntag

von Julia Groß, Euro am Sonntag

Die Biotechbranche zählte im vergangenen Jahr zu den erfolgreichsten Sektoren an der Börse. Der breit gestreute Nasdaq-Biotech-Index stieg 2012 um 32 Prozent, der NYSE-Arca-Biotechnology-Index (Amex Biotech), der 20 große Werte zusammenfasst, verzeichnete sogar ein Plus von gut 40 Prozent. Kann sich eine so gute Performance auch in diesem Jahr wiederholen?

Viele Branchenbeobachter halten das für möglich. Zwar sind Biotechaktien grundsätzlich anfällig für starke Schwankungen, und kaum vorhersehbare individuelle Forschungs- und Entwicklungsfehlschläge sind an der Tagesordnung. Doch die starken branchenweiten Kurstreiber, die für die positive Entwicklung 2012 verantwortlich waren, bleiben den Biotech­investoren auch 2013 erhalten.

Zum Beispiel eine äußerst aktive FDA. Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration entscheidet über den Zugang zum US-Pharmamarkt, immer noch der bedeutendste Absatzmarkt für Medikamentenhersteller weltweit. Die knapp 10.000 Beamten haben im vergangenen Jahr ihr Okay für 39 neue Therapeutika und Impfstoffe gegeben, so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Zwischen 2001 und 2011 lag die durchschnittliche Zahl der zugelassenen Produkte bei 25 pro Jahr. Die außergewöhnliche Steigerung ist zum einen auf die größere Zahl von Projekten in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen zurückzuführen. Zum anderen haben auch Druck aus Washington und entsprechende Investitionen in die Behörde zu einer zügigeren Bearbeitung der Zulassungsanträge geführt. Dass die USA die automatischen Haushaltskürzungen der sogenannten Fiskalklippe vorerst vermeiden konnten, ist auch für die Gesundheitsbranche positiv: Die FDA hätte sonst ihr Budget um über 300 Millionen Dollar kürzen müssen. 2013 könnten 36 Produkte die Vertriebserlaubnis erhalten, ihr Umsatzpotenzial beträgt etwa neun Milliarden US-Dollar.

Gigantische Prämien
Ende März steht zum Beispiel die Entscheidung über Biogen Idecs Multiple-­Sklerose-Pille BG-12 an, Ende Oktober über ­Actelions Lungenhochdruck-Medikament Macitentan. Die Umsatzschätzungen für Macitentan liegen bei 686 Millionen Dollar, für BG-12 sogar bei 2,4 Milliarden Dollar.

Für viel Kursfantasie sorgten im vergangenen Jahr auch die zahlreichen Übernahmen und Übernahmeversuche. Bristol-­Myers-Squibb bezahlte beispielsweise 2,5 Milliarden Dollar und somit eine gigantische Prämie von 160 Prozent für das Biotechunternehmen Inhibitex. GlaxoSmithKline, wie Bristol-Myers eine der zehn größten Pharmafirmen der Welt, kaufte für 3,6 Milliarden Dollar und 99 Prozent Kursaufschlag Human Genome Sciences.

Dass die Konsolidierungswelle anhält, gilt als sicher. Die Chefs von Novartis und Merck haben bereits ihre Bereitschaft zu weiteren Deals bestätigt. Nach wie vor müssen viele Pharmakonzerne Lücken in ihren Entwicklungspipelines füllen, um rückläufige Einnahmen auszugleichen: Zwischen 2011 und 2015 verlieren Medikamente mit einem Gesamterlös von 70 Milliarden Dollar ihren Patentschutz und damit auch einen Großteil des Umsatzes. Als Käufer könnten zunehmend auch große Biotechfirmen wie Amgen auftreten. Die Branchenanalysten von Piper Jaffray haben die Firmen Rigel, Trius, Sarepta, Achillion und MannKind (alle im Nasdaq-Biotech-Index) als potenzielle Übernahmeziele ausgemacht — alle verfügen über ­außergewöhnliche Medikamente in fort­geschrittenen Entwicklungsstadien.

Als attraktiv gelten beispielsweise Gebiete wie Hepatitis C, Arthritis und multiple Sklerose, wo Innovationen die Therapie erheblich verbessern könnten. Denn das berechtigt die Unternehmen dazu, entgegen dem allgemeinen Spartrend im Gesundheitswesen hohe Preise zu kassieren. Das gilt besonders für seltene Krankheiten: Im vergangenen Jahr gelang es vier Biotechunternehmen, Preise von über 200.000 Dollar pro Patient und Jahr für ihre Wirkstoffe durchzusetzen. 

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