von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Fielmann hat von April bis Juni rund 100.000 Brillen mehr abgesetzt als vor Jahresfrist. Trotz des Umsatzwachstums von 4,4 Prozent auf 279,6 Millionen Euro hat der MDAX-Konzern aber weniger Gewinn gemacht. Vor Steuern ging das Ergebnis um 1,2 Prozent zurück.
Der Vorstand macht „veränderte externe Rahmenbedingungen“ dafür verantwortlich. Hinzu kamen Wechselkursverluste zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro. Fielmann betreibt neben den Geschäften in Deutschland und Österreich auch zahlreiche Filialen in der Schweiz, die etwa zehn Prozent des Umsatzes erwirtschaften.
Mit dem Verlauf des ersten Halbjahrs zeigt sich das Management jedoch insgesamt zufrieden. Während der Rest der Optikerbranche Absatzrückgänge hinnehmen musste, gingen bei Fielmann deutlich mehr Brillen über den Ladentisch. Halbjahresgewinn und Konzernumsatz legten daher leicht zu.
Mittelfristiges Ziel des Managements ist es, 50 Prozent Marktanteil in allen Regionen zu erreichen, in denen man tätig ist. Aus diesem Grund will der Konzern etwa 130 weitere Niederlassungen eröffnen. Zum 30. Juni betrieb die Optikerkette 665 Filialen. Das MDAX-Unternehmen will das Netz weiter ausbauen, Geschäfte vergrößern und künftig auch mit Gleitsichtgläsern, Kontaktlinsen, Sonnenbrillen und vor allem Hörgeräten Kasse machen. Der Hörgeräteumsatz in Deutschland insgesamt liegt laut Firmengründer Günther Fielmann bei rund 1,3 Milliarden Euro. Davon will er stärker profitieren und die Hörgeräteabteilungen von derzeit 74 auf mittelfristig 200 steigern.
Das risikoarme und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell ist in der aktuellen Bewertung mit einem KGV von über 20 bereits enthalten. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt denn auch bei rund 70 Euro — knapp unter dem aktuellen Kurs.
Charttechnisch im Seitwärtstrend
Seit Anfang 2011 läuft die Fielmann-Aktie in einer engen Spanne zwischen 68 und 80 Euro seitwärts. Ausflüge nach oben wurden ebenso vehement eingebremst wie Ausrutscher nach unten — eine Bewegung, die sich mit einem Discountzertifikat der DZ BANK (ISIN: DE 000 DZ8 Q82 4) einfangen lässt.
Mit dem Papier ist eine Rendite von 10,9 Prozent oder 8,1 Prozent pro Jahr drin, wenn die Aktie im Dezember 2013 über dem Cap von 70 Euro notiert (Abstand: 3,4 Prozent). Verluste entstehen erst ab 63,10 Euro — das liegt unter dem zyklischen Verlaufstief aus dem Juni.