von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Es ist schon erstaunlich, wie gut sich der deutsche Aktienmarkt im von der Eurokrise geprägten Börsenjahr 2012 geschlagen hat. Der DAX legte um 29 Prozent zu. Noch besser erging es aber den Titeln aus der zweiten Reihe.
So zauberte der MDAX, der aus 50 Mid Caps besteht, ein Indexplus von 34 Prozent aufs Parkett. Und auch der Jahresstart kann sich sehen lassen: Seit Silvester ging es erneut um gut drei Prozent nach oben.
Doch damit längst noch nicht genug: Das Nebenwerte-Barometer befindet sich auf seinem höchsten Niveau seit Beginn der Indexberechnung. Der Vorteil des MDAX: Hier tummeln sich viele Firmen, die in einem Nischenbereich tätig und am Weltmarkt sehr erfolgreich sind.
Ein Beispiel dafür ist der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr, dessen Aktie auf Jahressicht ein Plus von
95 Prozent aufweist. Aus demselben Segment kommt die Firma Kuka, die es auf einen Zugewinn von knapp 80 Prozent in zwölf Monaten brachte.
Einer anderen Branche entstammt der Top-Performer der vergangenen zwölf Monate, die Sky-Deutschland-Aktie. Sie legte um 182 Prozent zu. Die Gründe sind im Engagement des Medienmoguls Rupert Murdoch zu finden, der immer neues Geld in den Bezahl-TV-Sender pumpt. Fünf Jahre nach dem Einstieg hat er inzwischen die Mehrheit (54,4 Prozent) am Unternehmen erworben. Operativ ist das Ergebnis aber immer noch rot.
Industriewerte dominieren
Mit einem Gewicht von 2,1 Prozent spielt die Aktie für die Entwicklung des MDAX aber nur eine untergeordnete Rolle. Aktuelle Schwergewichte sind EADS (10,5 Prozent), Brenntag (6,0 Prozent), Kabel Deutschland (5,3 Prozent) und die GEA Group (5,2 Prozent). Bei den Branchen liegt der Schwerpunkt mit 35,5 Prozent auf Aktien aus dem Bereich Industriegüter, gefolgt von Chemiewerten mit rund 12,6 Prozent.
Das klassische Investment ist ein MDAX-Indexzertifikat mit unbegrenzter Laufzeit, das mit 0,04 Prozent „Mini-Spread“ bei der UBS handelbar ist (ISIN: DE 000 UX1 MDX 5).
Wer hingegen eher kurzfristig den MDAX zur Renditeoptimierung des Portfolios nutzen will, greift zu einem Discountzertifikat „am Geld“ von der Deutschen Bank (ISIN:
DE 000 DX2 9HS 7). Bei einer Laufzeit bis März 2014 sind immerhin 8,3 Prozent oder 6,9 Prozent per annum möglich, wenn der Nebenwerteindex dann über dem Cap bei 12.250 Punkten notiert — also sein aktuelles Niveau behaupten kann.
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