von Emmeran Eder, €uro am Sonntag
Er ist nicht zu stoppen: Seit Jahresanfang hat der DAX schon um elf Prozent zugelegt. Nun trauen sich viele Anleger nicht mehr, einzusteigen. Eine Lösung dieses Dilemmas sind Discountzertifikate. Mit ihnen kann mit Rabatt in den Leitindex investiert werden. Nachteil: Die Kursgewinne sind gedeckelt.
Beim DAX-Uncapped-Discountzertifikat der RBS (ISIN: DE 000 AA3 DZ4 0) sind dagegen unbegrenzte Gewinne drin. Dennoch erwerben Investoren den DAX 9,14 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Wegen dieses Rabattkaufs erzielen Anleger am Ende der Laufzeit im Mai 2016 also immer eine höhere Rendite als mit klassischen Indexzertifikaten. Verkaufen sie vor Laufzeitende, gibt es dagegen nur den Börsenkurs des Papiers zurück. Der kann aber weit unter dem DAX-Stand liegen. Anders als bei Indexpapieren üben auch die Emittentenbonität und die Zinsen Einfluss auf den Kurs aus. Eine Bonitätsverschlechterung führt zur Ausweitung des Abschlags zum DAX-Stand, vice versa löst eine Verbesserung eine Einengung gegenüber dem fairen Wert des DAX aus. Bei klassischen Indexzertifikaten ist dieser Einfluss kaum vorhanden, da diese Papiere fast nie eine Fälligkeit haben und zudem regelmäßig von Investoren und Emittenten zum fairen Wert kündbar sind.
Sollte der DAX im Mai 2016 auf dem heutigen Niveau stehen, erzielen Zertifikateinhaber 2,04 Prozent Jahresrendite. Das Produkt eignet sich für längerfristig orientierte Anleger, Trader sollten eher auf ein Indexpapier setzen.
Ein Langfristinvestment ist auch die Aktie von Berkshire Hathaway, der Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett. Auf sie offeriert RBS ebenfalls ein — nicht währungsgesichertes — Uncapped-Discount-Zertifikat (ISIN: DE 000 RBS 3AC 6) mit 9,34 Prozent Abschlag zur Aktie, was einer Jahresrendite von 1,87 Prozent zur Fälligkeit im November 2016 entspricht.
Der Titel fiel 2011, da die Firma des Starinvestors wegen Derivatewetten hohe Buchverluste hinnehmen musste. Die mit rund 35 Milliarden Dollar prall gefüllte Kasse blieb aber unangetastet. Vom US-Aufschwung dürfte die Holding überproportional profitieren, da Buffett in vielen zyklischen Werten engagiert ist.
Zuletzt beteiligte er sich an IBM und seiner Heimatzeitung „Omaha World Herald“. Buffett glaubt, dass Printmedien im Digitalzeitalter Zukunft haben. „Es wird nicht wie früher sein. Aber es gibt viele Dinge, die Zeitungen besser hinkriegen als andere Medien“, begründete er die Entscheidung. Buffett muss es wissen — er verdiente sein erstes Geld als Zeitungsjunge.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum