von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Die Konditionen für Discountzertifikate sind günstig. Die starke Volatilität macht die für die Konstruktion benötigten Optionen teurer — und somit den Rabatt größer. Denn ein Discountzertifikat beinhaltet eine verkaufte Option. Der VDAX, das Barometer, das die Schwankungsbreite des Deutschen Aktienmarkts anzeigt, notiert aktuell im Bereich von 30 Punkten. Zwar entspricht dies nicht mehr den Höchstwerten aus dem Oktober 2011 — damals kletterte das Fieberthermometer teilweise über 50 Punkte —, der aktuelle Indexstand liegt aber immer noch deutlich über dem historischen Durchschnitt.
Zunächst ein Blick auf den DAX: So gewährt Barclays Capital bei einem Cap „am Geld“ von 5.850 Punkten einen Rabatt von rund zwölf Prozent (ISIN: DE 000 BC1 LYS 1). Dem steht eine Ertragschance von 13,2 Prozent gegenüber, wenn der Index im Dezember 2012 über dem Cap durchs Ziel geht. Verluste entstehen wegen des Rabatts erst bei einem Indexniveau unterhalb von 5.166 Zählern. Demgegenüber fahren Investoren mit dem Discounter bis zu einem DAX-Stand von 6.614 Punkten besser als mit einem Partizipationspapier.
Auf Einzelwerte fallen die von den Emittenten gewährten Rabatte vielfach sogar noch höher aus. Ein gutes Beispiel dafür ist die K + S-Aktie, die auf Monatssicht rund zwölf Prozent verloren hat und im Einjahresrückblick sogar 38 Prozent „unter Wasser“ steht. Auch die Ankündigung, eine höhere Dividende zu zahlen, konnte den Kurs nur kurzfristig stabilisieren. Aktuell versucht die Aktie, knapp unterhalb von 35 Euro einen neuen Boden zu finden.
Hier bietet sich derzeit ein Rabattpapier der HypoVereinsbank mit Cap „knapp im Geld“ bei 32,40 Euro (DE 000 HV5 N0V 1) und Fälligkeit Anfang Dezember 2012 an. Es wirft maximal 13,5 Prozent ab, wenn die Aktie sich stabilisieren kann. Dank des Rabatts von 17,5 Prozent rutscht der Investor erst ins Minus, wenn die Aktie am Laufzeitende unterhalb von 28,55 Euro notiert.
Einen Discount von 37,6 Prozent gewährt ein Rabattpapier der BNP Paribas mit einem Cap „tief im Geld“ bei 23 Euro (DE 000 BP1 410 3). Trotzdem gibt es noch eine Maximalrendite von 6,6 Prozent. Die Aktie befindet sich zwar charttechnisch noch im Abwärtstrend, ein Niveau unterhalb der Verlustschwelle von derzeit 21,57 Euro sah das Papier aber zuletzt im Jahr 2007. Laut aktuellen Schätzungen liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 unter sechs. Das könnte sogar Übernahmegelüste bei Konkurrenten auslösen.