von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Die Stahlindustrie steht vor großen Herausforderungen. Nach Angaben des Weltstahlverbands stieg die globale Produktion im November nur noch um 1,1 Prozent. In den ersten elf Monaten des Jahres 2011 lag der Zuwachs noch bei 7,4 Prozent. Speziell in Europa traten die Produzenten mit einem Minus von zehn Prozent massiv auf die Bremse.
Überraschen kann dies nicht. Die großen Stahlhersteller haben im zweiten Halbjahr des Vorjahres ihre Kapazitäten reduziert und damit auf die Kauf- und Orderzurückhaltung der Kunden reagiert. Entsprechend schwach liefen die Geschäfte für Stahlhändler wie Klöckner & Co (KlöCo). Dort sind die Gewinne eingebrochen — im dritten Quartal 2011 von 38 auf acht Millionen Euro. Und auch für das inzwischen abgeschlossene vierte Quartal geht das Management von einem Ertrag aus, der nochmals unter dem Q3-Wert liegen soll. Für das Gesamtjahr steht aktuell die „schwarze Null“ als Zielmarke.
Da das Unternehmen schon zur Jahresmitte 2011 seine Prognose kassiert hat, stürzte der Kurs ab. Von Quotierungen oberhalb der 20-Euro-Marke ging es im Tief bis auf 8,29 Euro nach unten. Dort stabilisierte sich das Papier. In den vergangenen Tagen konnten sich die Kurse sogar wieder leicht — in den Bereich von elf Euro — erholen.
Grund dafür ist ein leichtes Anziehen der Preise. Denn die Kapazitätskürzungen haben das Angebot so reduziert, dass inzwischen sogar bei einigen Stahlsorten wieder Lieferfristen vorhanden sind. Unterstrichen werden die Branchenhoffnungen zudem von einer brandneuen Studie des britischen Marktforschungsinstituts MEPS, die für Anfang 2012 mit steigenden Stahlpreisen rechnet.
Wir gehen daher davon aus, dass die im MDAX gelistete KlöCo-Aktie in den kommenden Monaten zumindest ihr Niveau halten kann, das auch charttechnisch ordentlich abgesichert ist. Gefahren bestehen freilich in der globalen Konjunkturentwicklung. Trotzdem bietet sich die Aktie als Basiswert für eine defensive Seitwärtsstrategie sehr gut an.
Ins Auge sticht ein Discountzertifikat (ISIN: DE 000 DE0 QYX 8) der Deutschen Bank, das schon im September des laufenden Jahres fällig wird. Bei einem Cap von 8,50 Euro ist ein neuerlicher Kursrückgang von rund 29 Prozent zulässig, ohne dass der Anleger Verluste macht. Geht die Aktie hingegen oberhalb des Höchstbetrags durchs Ziel, ergattern Investoren die attraktive Maximalrendite von 8,1 Prozent oder 11,6 Prozent jährlich.
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