von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Adidas bekommt Reebok nicht fit — und hat die Prognose für die US-Tochter eingedampft. Der Sportartikelhersteller senkte seine Umsatzerwartung für 2015 von drei auf zwei Milliarden Euro. Schuld sind schlechte Geschäfte im American Football. Reebok ist und bleibt das Sorgenkind des Unternehmens. 3,1 Milliarden haben die Herzogenauracher im Jahr 2005 für den heruntergewirtschafteten US-Konkurrenten auf den Tisch gelegt. Seitdem versuchen sie die Marke flott zu kriegen — mit mäßigem Erfolg.
Richten soll es jetzt eine neue Struktur. Eine, die wie die der Mutter nach Kategorien ausgerichtet ist. Damit wollen die Herzogenauracher die Effizienz der Tochter steigern und die Margen verbessern. Bereits ab 2013, so Konzernchef Herbert Hainer, sollen sich erste Erfolge einstellen.
Wegen Reebok hat Adidas die Konzernumsatzprognose für das Jahr 2015 bei 17 Milliarden Euro belassen. Auch die operative Zielmarge bleibt bei elf Prozent. Die Marge soll ab 2013 jährlich um ein Prozent steigen. 2012 dürfte sie sich auf rund acht Prozent verbessern.
Die vor Kurzem angehobene Prognose für das Gesamtjahr hat Adidas allerdings erneut bekräftigt. Demnach soll der Umsatz — der Fußballeuropameisterschaft und den Olympischen Spielen sei Dank — währungsbereinigt um zehn Prozent zulegen. Das operative Ergebnis soll zweistellig auf 770 bis 785 Millionen Euro klettern. Alle Marken, von Reebok mal abgesehen, tragen ihr Scherflein zu dieser Entwicklung bei. Vor allem Lifestyle und der Golfsport laufen besser als erwartet.
Die gute Verfassung von Adidas spiegelt sich im Chartverlauf wider. Der Aktienkurs kennt nur einen Weg: nach oben. Seit Jahresbeginn verteuerte sich der Titel um fast 30 Prozent. Dabei fiel sogar das alte Rekordhoch. Das neue liegt bei 65,76 Euro. Nur knapp darunter, bei rund 65 Euro, wechseln die Aktien derzeit den Besitzer.
Kann sich die Aktie behaupten, ist mit einem Discounter der Commerzbank (ISIN: DE 000 CK1 A7V 9), der im September 2013 fällig wird, eine Maximalrendite von 10,3 Prozent möglich. Der Cap ist bei 63 Euro platziert. Somit darf der Basiswert sogar noch leicht nachgeben, ohne die Renditechance in Gefahr zu bringen.
Allerdings muss die Aktie bis dahin noch einen Dividendenabschlag überstehen. Verluste entstehen dem Investor erst, wenn der Titel in rund zwölf Monaten unter 57,20 Euro notiert. Somit steigen Anleger mit einem Rabatt von rund zwölf Prozent in die Aktie ein.