von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Aktien von Banken sind ein riskantes Investment. Die Euroschuldenkrise und daraus resultierende mögliche Abschreibungen sowie das Konjunkturumfeld sorgen für Zurückhaltung bei Papieren aus diesem Sektor.
Allerdings gibt es auch eine Ausnahme: die Aareal Bank. Der Finanzierer von gewerblichen Immobilienprojekten profitiert mehrfach von der aktuellen Situation. So ist der Wettbewerb in diesem Spezialsegment deutlich kleiner geworden. Mitbewerber wie die Eurohypo oder die West LB-Tochter Westimmo sind de facto nicht mehr am Markt.
Zudem suchen Anleger nach sicheren Anlagen. So rückt das Thema Betongold immer mehr in den Fokus. Da dies zunehmend auch für den gewerblichen Bereich zutrifft, kann die Bank im Neugeschäft höhere Margen am Markt durchdrücken. Dies wird sich auch bei den Zahlen für das dritte Quartal bestätigen, die schon in der neuen Woche veröffentlicht werden.
Kein Wunder also, dass bei der Aareal Bank die Gewinne steigen. Im zweiten Quartal blieben unter dem Strich 24 Millionen Euro übrig — dies sind 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Belastend wirkten sich allerdings noch Zinszahlungen an den Staat aus. Denn auch die Aareal Bank hatte sich Anfang 2009 Geld über den Rettungsschirm Soffin geliehen, das allerdings schon teilweise zurückgezahlt wurde. Mit der Tilgung der Restschuld will sich das Unternehmen Zeit lassen. Sie wäre zwar möglich, das Geld dient aber als Sicherheit für schwierigere Zeiten.
Die Aktie legte auf Jahressicht um rund ein Drittel an Wert zu. Der Aufwärtstrend wurde allerdings gestoppt, nachdem die Aktie am Widerstand knapp unter der 18-Euro-Marke gescheitert war. Eine größere Korrektur ist jedoch ausgeblieben. Vielmehr tendiert das Papier seitwärts knapp unter 17 Euro.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zwölf ist der Wert zwar preiswert, trotzdem empfiehlt sich eine vorsichtige Herangehensweise. Ins Bild passt ein Bonus-Cap-Zertifikat (ISIN: DE 000 CK8 CLQ 5) der Commerzbank mit Laufzeit bis Dezember 2013. Es bringt eine Bonusrendite von 13,5 Prozent oder 11,7 Prozent pro Jahr, sofern die bei 10,30 Euro platzierte Schwelle (Abstand: 33 Prozent) bis zum Laufzeitende unverletzt bleibt. Mehr als die Bonusrendite ist nicht möglich, denn auf Höhe des Bonusniveaus hat der Emittent den Cap eingezogen. Deshalb braucht auch das Aufgeld von rund neun Prozent Investoren nicht zu kümmern.