von W. Ehrensberger, Euro am Sonntag
Seit dem Tag der Präsidentenwahl, dem 6. November, geben die Kurse der großen US-Banken deutlich nach. Und das hängt nur zum Teil damit zusammen, dass die Finanzbranche sich vor den Wahlen mehrheitlich auf die Seite des Verlierers geschlagen hatte. Mitt Romney hatte sich im Wahlkampf für eine Lockerung des Dodd-Frank-Gesetzes stark gemacht.
Dieses soll die Finanzbranche noch stärker regulieren. Zudem sieht es Einschränkungen im Eigenhandel mit Wertpapieren vor. Mit dem Wahlergebnis sind die Chancen auf eine Lockerung dahin. Wahlsieger Barack Obama machte aus seiner Geringschätzung für die Finanzbranche nie einen Hehl und hat einflussreiche Bankenkritiker wie die Harvard-Professorin Elizabeth Warren an der Seite.
Nach Einschätzung von Dirk Becker von Kepler Capital Markets hat der Druck auf die Banken aber noch andere Gründe. Die Kurse der Geldhäuser litten vor allem unter der sogenannten „Fiscal Cliff“-Problematik, also den drohenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zum Jahreswechsel. „Wenn sich Demokraten und Republikaner bis dahin nicht doch noch auf Gesetzesänderungen einigen können, dann droht den USA im kommenden Jahr tatsächlich eine hausgemachte, handfeste Rezession, unter der dann als Erstes die Banken besonders leiden.“
Die unklare Situation werde andauern, weil beide Seiten den politischen Verhandlungspoker bis zur letzten Minute fortsetzen würden.
Spekulative Anleger setzen mit Short-Papieren auf eine anhaltende Schwäche der US-Banken. Unter den großen Häusern hat seit der US-Wahl die Bank of America am schlechtesten abgeschnitten. Hier bietet sich ein Knock-out-Short (ISIN: DE 000 CK7 23B 0) mit Basis bei 11,48 Dollar und Hebel 3,7.
Charttechnisch schwer angeschlagen ist auch JP Morgan. Hier gibt es einen Knock-out-Put (DE 000 DE9 26K 7) mit Hebel 3,6.
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