28.05.2013 12:00
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GLOBAX: Mit deutschen Export-Aktien gewinnen

Neu: Das GLOBAX-Zertifikat
Global gewinnt
Mit dem GLOBAX hat die Redaktion von €uro am Sonntag einen Index kreiert, der den DAX auf Jahressicht klar schlug. Aus dem Experiment entstand ein Zertifikat.
€uro

von Sven Parplies, Euro Magazin

Die Schwellenländer bleiben der Dampfmacher der Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) etwa erwartet, dass die aufstrebenden Länder Asiens ihr Bruttoinlandsprodukt im laufenden und im kommenden Jahr um mehr als sieben Prozent steigern. China trauen Volkswirte trotz aller Unkenrufe mehr als acht Prozent zu.

Auch in anderen Regionen der Welt soll die Konjunktur deutlich anziehen: Indien sagt der IWF für dieses Jahr ein Plus von knapp sechs Prozent voraus, Brasilien drei Prozent. Die USA erholen sich zwar nicht so kraftvoll wie nach früheren Rezessionen, sollten aber knapp zwei Prozent Wachstum schaffen.

Von solchen Werten kann Europa nur träumen. Die Schuldenkrise hat den Kontinent fest im Griff. Sie zwingt viele Staaten zu harten Sparprogrammen. Insgesamt dürfte die Wirtschaftskraft der Eurozone 2013 schrumpfen.

Exportstarke Unternehmen aus Deutschland haben diesen Trend frühzeitig erkannt. Die Geschäftsbeziehungen über die Grenzen Europas hinweg reichen teilweise bis ins 19. Jahrhundert. Das macht sich jetzt bezahlt, weil immer mehr Menschen in Schwellenländern ein Wohlstandsniveau erreichen, auf dem sie sich teure Konsumgüter leisten können. Gleichzeitig verstärken Staaten Investitionen in die Infrastruktur.

Die ökonomischen Fliehkräfte sind in den Bilanzen westlicher Unternehmen zu erkennen: Jedes vierte der nach Börsenwert 100 größten deutschen Unternehmen erwirtschaftet bereits mehr als 50 Prozent Umsatzanteil außerhalb Europas, vor allem in Asien und auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Was die Exportchampions verbindet: Sie haben sich mit ihren Produkten gegen internationale Konkurrenz durchgesetzt und sie sind überdurchschnittlich mobil.

Neben Weltkonzernen wie Bayer, BMW oder Siemens drängen auch große deutsche Mittelständler in die außereuropäischen Wachstumsmärkte. Krones etwa, ein Hersteller von Getränkeabfüllanlagen, erzielt mittlerweile mehr als 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb Europas. Auf mehr als 50 Prozent kommt Symrise, ein Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen. Einige Firmen sind inzwischen so stark globalisiert, dass die deutschen Wurzeln verschwimmen. Der Umsatzanteil des Bad Homburger Dialysespezialisten Fresenius Medical Care in den USA ist so hoch, dass er als einziges DAX-Mitglied in Dollar bilanziert.

Die globale Dynamik spiegelt sich an den Aktienmärkten wider. Vor einem Jahr hat die Redaktion unseres Schwesterblattes €uro am Sonntag einen Index aus 30 deutschen Firmen zusammengestellt, die einen besonders hohen Umsatzanteil außerhalb Europas erzielen: den GLOBAX. Der Name steht für German Global Export. Zwei Thesen bilden die Grundlage des neuen Index:

* Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil außerhalb Europas können die wirtschaftlichen Belastungen der Eurokrise durch Wachstum in den aufstrebenden Ländern der Welt abfedern.

* Eine starke Position auf dem Weltmarkt sollte ein Qualitätsnachweis für Produkte, Dienstleistungen und Management sein. Das sollte es den globalen Exportchampions ermöglichen, auch von einer späteren Erholung der Eurozone zu profitieren.

Das Experiment ist geglückt. Innerhalb eines Jahres hat der GLOBAX 23 Prozent an Wert gewonnen. Der DAX schaffte zwölf Prozent, der breit aufgestellte HDAX 14 Prozent. Die Deutsche Bank war von der Idee so angetan, dass sie kürzlich ein Indexzertifikat auf den GLOBAX emittiert hat. Damit können Anleger die Kursentwicklung der 30 jetzt neu ausgewählten Werte abbilden. Dividenden werden — wie bei einem Performance-Index üblich — in den Kurswert des Zertifikats eingerechnet.

Der GLOBAX wird vom Frankfurter Indexspezialisten Structured Solutions berechnet. Der Finanzen Verlag, in dem €uro und €uro am Sonntag erscheinen, fungiert als Indexberater. Anders als bei den meisten Indizes werden die einzelnen Mitglieder nicht nach Größe, sondern gleichberechtigt gewichtet, damit kleinere Unternehmen nicht von großen überschattet werden. Die Zusammensetzung wird jeweils Anfang Mai überprüft. Die jährliche Managementgebühr beträgt 1,5 Prozent.

Auch für den GLOBAX gilt, dass die Kursentwicklung der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft ist. Viele der stark global ausgerichteten Unternehmen sind zyklisch und daher anfällig für Kurseinbrüche. Dennoch ist die Redaktion der Ansicht, dass die strukturelle Schwäche Europas und die Dynamik der Wachstumsmärkte langfristig relevante Trends am Aktienmarkt sind.

GLOBAX: Die 30 Einzelwerte

Nur die Hälfte der 30 DAX-Werte schafft es in den GLOBAX, der auch elf MDAX- und vier TecDAX-Titel enthält. Alle Indexmitglie- der müssen ihren Firmensitz in Deutschland haben und nach Marktkapitalisierung zu den 100 größten Konzernen zählen. Nachstehend sind die einzelnen GLOBAX-Werte mit dem jeweiligen Anteil am Umsatz aufgelistet, der außerhalb Europas erzielt wird.

Aixtron 91 %
Hochtief 90 %
Fresenius Medical Care 79 %
MTU Aero 78 %
Carl Zeiss Meditec 66 %
Krones 63 %
Duerr 63 %
Merck KGaA 63 %
Bayer 63 %
Wacker Chemie 62 %
Puma 61 %
Daimler 60 %
Fresenius 60 %
Adidas 60 %
SGL Carbon 59 %
HeidelbergCement 59 %
Pfeiffer Vacuum 59 %
K + S 58 %
Linde 58 %
Software AG 56 %
Infineon 56 %
Gea Group 55 %
Lanxess 55 %
Symrise 55 %
Hannover Rück 54 %
BMW 54 %
SAP 54 %
Brenntag 51 %
Siemens 49 %
Henkel 47 %

Die Prozentwerte sind z. T. geschätzt, da Angaben der Unternehmen in einigen Fällen unpräzise sind; Quelle: eigene Recherche, Geschäftsberichte Unternehmen

Das GLOBAX-Zertifikat

GLOBAX - German Global Export Aktienindex-Zertifikat
WKN: DX9GL0, ISIN: DE000DX9GL01
Quanto: Nein
Bezugsverhältnis: 0,99875
Rückzahlung: Cash
Emissionstag: 11.04.2013
Managementgebühr p. a.: 1,50%

Bildquellen: ArtisticPhoto / Shutterstock.com
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