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08.05.2012 09:31

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Commerzbank – quo vadis?

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Hebelszenarien für Bullen und Bären

Zwischen Ende November 2011 und Anfang Januar 2012 testete die Commerzbank-Aktie mehrfach Tiefststände zwischen 1,10 und 1,15 Euro, worauf im Februar ein steiler Anstieg auf knapp 2,20 Euro folgte. Seit Mai pendelt das Papier in einer Spanne von 1,50 bis 1,60 Euro. Durchwachsen sind auch die Einschätzungen der Bankanalysten: Zuletzt reduzierte HSBC das Kursziel von 2,80 auf 2,60 Euro – eine Bewertung, die offenbar auch Equinet als fair empfindet und eine Marke von 2,50 Euro bestätigt. Eine deutlich pessimistischere Vorhersage liefert dagegen Citibank, die ihre Erwartungen von 2,25 auf 1,70 Euro reduziert. Zuvor hatte bereits Nomura das Kursziel von 1,80 auf 1,60 Euro ermäßigt.

Szenario 1: Abermaliger Kursrutsch in die Nähe der Tiefststände bis Jahresmitte

Spekulanten, die in den nächsten Wochen mit weiter fallenden Preisen und einem Test der Tiefststände rechnen, könnten ihre Meinung transparent mit Knock-Out Zertifikaten umsetzen. Beim aktuellen Aktienkurs von 1,52 Euro kostet etwa ein Endlos-Turbo Short Zertifikat mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,702 Euro (DE000DZ81CS4) 0,22 Euro – ein siebenfacher Hebel bei über zehnprozentigem Abstand zur Barriere. Sollte die Commerbank-Aktie auf etwa 1,15 Euro fallen, verdreifacht sich der Wert des Zertifikats nahezu auf ca. 0,57 Euro. Falls die Aktie jedoch die Marke von 1,702 Euro durchstößt, verfällt das Papier wertlos und Anleger realisieren einen Totalverlust. Ein „heißerer“ Schein mit einem geringeren Abstand zur Knock-Out Schwelle – etwa 1,6469 Euro (DE000CT5TGL7) kostet entsprechend nur 0,13 Euro und bietet einen Hebel von über Elf. Im angenommenen Szenario würde der Wert dieses Produkts auf 0,49 Euro steigen.

Insbesondere wenn man auf fallende Kurse setzt, stellen klassische Optionsscheine eine interessante Alternative zu Knock-Out Produkten dar. Empirisch betrachtet gehen fallende Kurse meistens mit steigenden Volatilitäten einher, sodass Optionsscheinanleger nicht nur an der Kurs- sondern auch an der Volatilitätsentwicklung profitieren. Ein Put mit einem Basispreis am Geld (1,50 Euro) und einer Laufzeit bis 17.09.2012 (CH0137880602) kostet 0,19 Euro. Wird der Zielkurs 1,15 per Ultimo Juni erreicht, steigt der Schein auf ca. 0,36 Euro an, sofern sich das Ereignis auf Ultimo August verschiebt, kommen 0,33 Euro zustande. Unterstellt man zusätzlich einen Volatilitätsanstieg um 10 Prozentpunkte, können jeweils ca. 0,02 Euro hinzugerechnet werden. Ohne Knock-Out Risiko ist somit fast eine Verdopplung des Einsatzes möglich. Per Laufzeitende muss der Aktienkurs zumindest auf 1,31 Euro gefallen sein, um den Einstandspreis im Optionsschein zu erzielen (Break-Even Punkt).

Szenario 2: Erneuter Anstieg Richtung 2 Euro bis Jahresende

Wer dagegen darauf setzt, dass die Commerzbank-Aktie bis zum Jahresende wieder Fahrt in Richtung der letzten Höchststände aufnimmt, kann etwa einen Endlos Turbos Long mit Basispreis und Knock-Out Schwelle bei 1,3712 Euro (DE000TB32SD2) einsetzen. Für diesen siebenfachen Hebel sind 0,21 Euro aufzuwenden. Sofern die Aktie auf 1,90 Euro klettert, verdreifacht sich der Wert des Turbos nahezu auf ca. 0,58 Euro. Wer jedoch das Rückschlagspotential der Aktie höher einschätzt, wird eine niedrigeren Basispreis und damit einen geringeren Hebel wählen. Ein Mini Future Long mit einem Basispreis von 1,215 Euro und einer Stop-Loss Schwelle bei 1,276 Euro (DE000VT30G26) kostet 0,34 Euro. Im angenommenen Szenario wird sich der Preis dieses Produktes auf 0,72 Euro fast verdoppeln.

Auch für das positive Szenario können Optionsscheine eingesetzt werden. Ein Call mit einem Basispreis leicht aus dem Geld (etwa bei 1,60 Euro) und einer Laufzeit bis 19.12.2012 (DE000HV51N09) kostet 0,23 EUR. Vollzieht sich der Anstieg der Aktie bis Ultimo September, so kann mit einem Preis von 0,32 Euro gerechnet werden (unterstellt 20 Prozentpunkte Abschlag auf die Volatilität). Sollte der Zielkurs erst per Laufzeitende erreicht werden, ergibt sich ein intrinsischer Wert von 0,30 Euro. Der Break-Even Punkt des Scheines liegt bei einem Aktienkurs von 1,83 Euro; bei Kursen darunter drohen Verluste; unterhalb des Basispreises sogar der Totalverlust.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Commerzbank-Aktie oder von Hebelprodukten auf die Commerzbank-Aktie dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Autor: Thorsten Welgen

HebelprodukteReport: Walter Kozubek ist Herausgeber des HebelprodukteReports. Dieser kostenlose PDF-Newsletter erscheint zwei Mal im Monat. Zusätzlich ist Herr Kozubek auch Herausgeber des ZertifikateReports, sowie einer der Betreiber des Internetratgebers www.geld.com

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche au

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