25.04.2012 09:31
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Lange Puts auf Apple mit (Vola)-Zusatzchance

Nach langem Aufwärtstrend könnte Absicherungsbedarf steigen
Ein Ende des Aufwärtstrends der Apple-Aktie scheint nicht in Sicht: War das Papier zwischen November 2008 und März 2009 noch unter 100 US-Dollar zu haben, so wurden im April 2012 in der Spitze 644 US-Dollar bezahlt. Auch die Bankanalysten scheinen voll des Lobes: Im März bestätigt Morgan Stanley die Einstufung „Übergewichten“ nach der Ankündigung von 2,65 US-Dollar Quartalsdividende; auch die Berenberg Bank sieht im Apple-Segment nach wie vor keinen bedrohlichen Preisdruck durch Konkurrenten und hebt das Kursziel auf satte 750 US-Dollar an. Die Kursziele der Analysten von Merrill Lynch, der Deutschen Bank und Credit Suisse dagegen sind mit Preisen um 600 bzw. 610 US-Dollar bereits erreicht worden. Aktuell handelt Apple bei 570 US-Dollar, gut zehn Prozent unterhalb des Allzeithochs – nur ein Rücksetzer auf dem Weg zu neuen Höchstständen oder der Anfang einer Korrektur? Für Inhaber der Apple-Aktie, Vorsichtige und Pessimisten möglicherweise die rechte Zeit, über den Kauf eines Puts nachzudenken.

Lang laufende Puts zur Portfolio-Absicherung oder Spekulation

Empirisch betrachtet, werden fallende Kurse zumeist von steigenden Volatilitäten begleitet, während steigende Kurse oftmals mit fallenden Volatilitäten einhergehen (Spezialsituation, wie etwa Übernahmeankündigungen ausgenommen). Dadurch gewinnen Anleger in Call-Optionsscheinen bei Eintritt ihrer Erwartungen zwar über die Entwicklung des Basiswertes (Sensitivitätskennzahl: Delta), zugleich verlieren sie jedoch über die gesunkene Volatilität (Kennzahl: Vega). Der Preis eines Puts hingegen profitiert in negativen Marktphasen sowohl von den fallenden Kursen als auch von der steigenden Volatilität.

Wer seine Marktmeinung aggressiv umsetzen will, wählt kurz laufende Optionsscheine – wie etwa drei Monate Restlaufzeit – mit einem Basispreis am Geld oder nur leicht aus dem Geld. Aufgrund ihrer übermäßig hohen Sensitivität für Veränderungen des Deltas (Kennzahl: Gamma) reagieren diese Scheine besonders stark – allerdings in beide Richtungen. Das richtige Timing ist bei dieser Strategie Erfolgsfaktor: der Zeitwertverfall (Kennzahl: Theta) solcher Papiere ist enorm. Längerlaufende Scheine bieten hier etwas mehr Sicherheit, der geringe Zeitwertverlust wird allerdings mit einem ebenfalls geringeren Gamma und einer höheren Optionsprämie erkauft. Dennoch eignen sich diese Papiere für Absicherungstransaktionen oder den Aufbau strategisch-spekulativer Positionen.

Auswahl des richtigen Basispreises

Bei der Wahl des richtigen Basispreises betreten Anleger das Spannungsfeld zwischen der zu investierenden (Versicherungs-)Prämie und der erwarteten Kursbewegung. Wer seinen Bestand auf aktuellem Niveau bis Ende 2013 absichern möchte, wählt etwa den Put der UBS mit dem Basispreis 570 US-Dollar (Bezugsverhältnis 10:1, Laufzeit 16.12.2013, CH0181572196) und einem Preis von 9,20 Euro. Unter der Annahme eines konstanten Wechselkurses von 1,32 USD pro Euro amortisiert sich der Put zum Laufzeitende, wenn die Apple-Aktie unterhalb 448 US-Dollar (570 US-Dollar minus 9,20 Euro x 10 x 1,32 USD) fällt. Normalerweise ist die Ausübung zum Laufzeitende aber nicht Ziel einer Optionsscheinstrategie, sondern die Veräußerung weit vor Laufzeitende. Bei derartigen Optionsscheinen am Geld sind sämtliche Sensitivitäten am höchsten, sobald das erwartete Szenario eintritt, wird der Schein zwar immer teurer, jedoch mit abnehmender Dynamik.

Eine günstigere – und damit riskantere – Alternative stellt die Wahl eines Puts aus dem Geld, etwa mit Basispreis 500 (Bezugsverhältnis 10:1, Laufzeit 16.12.2013, CH0181572121) zum Preis von 6,40 Euro dar. Zwar liegt dessen Amortisationspunkt noch etwas niedriger (415 US-Dollar), im Falle eines Absturzes der Aktie in diese Richtung wird der Schein jedoch immer stärker profitieren, da er sich zu einem am Geld – Schein entwickelt und besonders dynamisch auf Volatilitätssteigerungen reagiert.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Apple-Aktie oder von Hebelprodukten auf die Apple-Aktie dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Autor: Thorsten Welgen

HebelprodukteReport: Walter Kozubek ist Herausgeber des HebelprodukteReports. Dieser kostenlose PDF-Newsletter erscheint zwei Mal im Monat. Zusätzlich ist Herr Kozubek auch Herausgeber des ZertifikateReports, sowie einer der Betreiber des Internetratgebers www.geld.com

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche au

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