01.02.2013 11:48
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Optionsscheine gegenüber Turbos mit Zusatzchance

HebelprodukteReport

Walter Kozubek
Niedrige Volatilität macht Optionsscheine attraktiver
Vor etwa 12 Jahren tauchten erstmals KO-Produkte auf dem Markt auf. Die leicht nachvollziehbare Funktionsweise dieser auch als „Futures des kleinen Mannes“ bezeichneten Hebelprodukte verhalf den Turbos zu einem beachtlichen Höhenflug.

Bis zu diesem Zeitpunkt deckten die klassischen Optionsscheine (Warrants) für Risiko freudige Trader oder für Anleger mit Absicherungsbedarf den Markt an Hebelprodukten voll und ganz ab. Bei der Berechnung der Optionsscheinpreise müssen nicht nur die Kursbewegungen des Basiswertes, sondern auch Volatilitätsänderungen, der Zeitwertverfall sowie die Änderungen von Zinsen und Dividenden des Basiswertes berücksichtigt werden.

Um unliebsamen Überraschungen beim Optionsscheininvestment vorzubeugen, ist es nach wie vor äußerst ratsam, sich mit den Preisbildungsfaktoren der Optionsscheine zu beschäftigen. Dass dies leider oftmals nicht der Fall ist, beweisen diverse Forumseinträge, in denen sich „Geschädigte“ darüber beklagen, dass der Preis eines Calls trotz eines Kursanstieges des Basiswertes gefallen sei. Wie gut informierte Optionsscheinanleger wissen, können Volatilitätsänderungen die Kursbewegungen des Basiswertes neutralisieren oder auch verstärken.

Die zukünftige Kursentwicklung bei den KO-Produkten lässt sich hingegen wesentlich leichter als bei Optionsscheinen ausrechnen. Üblicherweise entwickelt sich der Kursverlauf der Turbos parallel zur Kursentwicklung des Basiswertes. Somit können sich Anleger ihre in Aussicht stehenden Gewinnchancen sogar im Kopf ausrechnen, indem der aktuelle Kurs des Basiswertes mit der Knock-Out- oder Stopp Loss-Marke des KO-Produktes verglichen wird. Das geringfügige Aufgeld kann im Fall kurzfristiger Investments vernachlässigt werden.

Tiefe Volatilität erhöht die Attraktivität von Optionsscheinen

Je tiefer die Volatilität, umso günstiger sind die Preise von Optionsscheinen. Diese Tatsache gilt sowohl für Calls als auch für Puts. Wie auch der Volatilitätsindex V-DAX bestätigt, ist die Volatiliät derzeit so gering, wie seit langem nicht. Deshalb könnten gerade jetzt bearish eingestellte Anleger, die ganz einfach auf eine deutliche Kurskorrektur setzen und/oder bestehende Kursgewinne absichern wollen, hellhörig werden. Bei Kursrückgängen steigt die in die Optionsscheinpreise eingerechnete Volatilität wegen der zunehmenden Unsicherheit der Marktteilnehmer üblicherweise an. Tritt der erwartete Kursrückgang ein, dann erhöht sich – sofern überhaupt vorhanden - der innere Wert eines Put-Optionsscheines. Der mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Volatilitätsanstieg wird das Veranlagungsergebnis aufbessern.

Fazit: Bei Optionsscheinen ist der Aufwand, sich das notwendige Wissen anzueignen, höher als bei Turbos. In manchen Fällen, wie beispielsweise bei Absicherungen oder bearishen Spekulationen befinden sich Optionsscheine gegenüber Turbos klar im Vorteil.

Walter Kozubek ist Herausgeber des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich. Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus

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