Neues Bonus-Zertifikat soll Schwellenbruch ausbügeln
Da allein im vierten Quartal 2008 bei der Hälfte aller Bonuszertifikate die Barrieren durchbrochen wurden, schlummern in vielen Depots noch einige Papiere, die im Vergleich zur Aktie keinerlei Zusatznutzen mehr bieten. Im Gegenteil: Wer sie bis zum Fälligkeitstermin hält, verschenkt auch noch die Dividenden. Ein Verkauf beziehungsweise ein Tausch gegen neue Produkte mit intakter Schwelle ist in solchen Fällen sinnvoller, als sie liegen zu lassen.
Das Gros der Bonuszertifikate mit gerissener Schwelle notiert heute zu Kursen um 40 Prozent unter dem Einstandspreis. Es ist deshalb kein Zufall, dass die Credit Suisse das neue Top-Bonuschance-Zertifikat auf den Euro-Stoxx-50-Index (ISIN: DE 000 CS8 D98 8) für 60 Euro anbietet. Die Anlageidee besteht darin, den Kurs innerhalb von fünf Jahren wieder auf 100 zu bringen und damit die durch Schwellenbrüche entstandenen Schäden zu reparieren. Das Produkt wird deshalb auch als Repair-Struktur bezeichnet.
Die maximale Rendite ist durch den Cap bei 100 Euro auf 66,67 Prozent (10,38 Prozent pro Jahr) begrenzt. Der Risikopuffer ist mit 11,5 Prozent nicht sonderlich üppig. Das soll er aber auch gar nicht sein, erklärt Credit-Suisse-Derivateexperte Bodo Gauer. Sinn der Sache sei ja, bei gleichem bis etwas geringerem Risiko nach unten die Verluste der Vergangenheit wieder aufzuholen. Schließlich bieten Bonuszertifikate nach einem Barrierebruch gar keinen Puffer mehr. Ein neuerlicher Schwellenbruch ist beim Repair-Produkt zumindest vor dem Fälligkeitstermin nicht zu befürchten. Ob die Schwelle gehalten hat oder nicht, entscheidet sich allein am Beobachtungstag, dem 7. Oktober 2015. Im Handel ist das Top-Bonuschance-Zertifikat ab dem kommenden Montag, 4. Oktober.
Zudem bietet die Credit Suisse zwei Europa-Kupon-Anleihen genannte Teilschutzproduke auf den Euro Stoxx 50 zur Zeichnung an. Der Kurzläufer (ISIN: DE 000 CS8 AEB 8) wird bereits nach 18 Monaten fällig und bietet eine Verzinsung von 5,25 Prozent pro Jahr. Der Kupon wird unabhängig von der Indexentwicklung ausgezahlt. Für die Rückzahlung gilt: Solange sich der Euro Stoxx während der Laufzeit nicht halbiert, gibt es exakt den Einsatz (abzüglich 0,5 Prozent Ausgabeaufschlag) zurück. Wird die 50-Prozent-Barriere auch nur ein einziges Mal touchiert, erfolgt die Rückzahlung analog zur Indexentwicklung, wobei 100 Prozent die Obergrenze bilden.
Nach dem gleichen Strickmuster funktioniert die Europa-Kupon-Anleihe mit dreijähriger Laufzeit (ISIN: DE 000 CS8 AEC 6). Einzige Unterschiede (neben der längeren Laufzeit): Der Kupon fällt mit 5,35 Prozent pro Jahr etwas höher aus, der Risikopuffer ist mit 60 Prozent noch üppiger. Das gilt leider auch für den Ausgabeaufschlag von 0,75 Prozent. Beide Anleihen sind noch bis zum 8. Oktober in der Zeichnungsphase.
Sollte es zu einem neuerlichen Crash kommen und die aus heutiger Sicht komfortablen Risikopuffer nicht ausreichen, wird die Credit Suisse hoffentlich rechtzeitig eine entsprechende Repair-Struktur auf den Markt bringen, um den Schaden wiedergutzumachen.



