von Emmeran Eder, €uro am Sonntag
Nicht nur für Moslems eignet sich das Islamic-Strategie-Zertifikat der WestLB. Denn die Grundsätze, die die Weltreligion beim Geldanlegen vorschreibt, ähneln stark denen von nachhaltigen Investments. Unternehmen, die Umsätze mit Waffen, Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Unterhaltung, Schweinefleisch, Zins- oder Derivategeschäften und Versicherungen machen, werden ausgeschlossen. Zudem müssen die Kandidaten, die aus dem DAX und MDAX kommen, finanziell solide sein.
Welche deutschen Firmen die islamkonformen Kriterien erfüllen, wird von Ideal Ratings, einem darauf spezialisierten Institut, in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland geprüft. Von den Auserwählten kommen dann zu identischen Anteilen die – gemessen an der Kapitalisierung – zehn größten Titel in das Zertifikat. Vierteljährlich wird die Zusammensetzung überprüft und die Gleichgewichtung wiederhergestellt. Derzeit sind Siemens, BASF, SAP, Bayer, Eon, Linde, RWE, Adidas, Deutsche Post und ThyssenKrupp als Mitglieder in dem Papier vertreten.
Stopp-Loss ist integriert
Zusätzlich ist noch eine Absicherung eingebaut. Fällt das Papier um acht Prozent zum Anfangswert, steigt die WestLB aus dem Aktienmarkt ganz aus und wechselt in den Geldmarkt. Erst wenn der Verlust wieder aufgeholt ist, erfolgt ein Neuengagement in Dividendenwerten. Gelingt das nicht rasch, verharrt das Papier aber nicht ewig im Geldmarkt. Spätestens zu halbjährlichen Beobachtungszeitpunkten fließt das Kapital wieder in Aktien. Der achtprozentige Absicherungsmodus beginnt dann von Neuem – Ausgangsbasis ist dann der Kurs am Beobachtungstag.

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Tagesgeldzinsen erhalten Anleger nicht, da das Kapital beim Ausstieg aus Aktien islamkonform auf einem zinslosen Konto geparkt wird. Dividenden gibt es dagegen schon – bis auf einen kleinen darin enthaltenen Zinsanteil, der an gemeinnützige Organisationen gespendet wird. Die Jahresgebühren betragen 1,5 Prozent. Bis zum 13. Januar können Anleger das Papier (ISIN: DE 000 WLZ 5SH 4) zeichnen.
Das Produkt eignet sich für religiöse und nachhaltig orientierte Investoren. Die Strategie funktioniert, wenn die Kurse längere Zeit steigen, da die Absicherung dann wie ein nachgezogener Stopp-Loss fungiert. Ebenso werden die Verluste in einer Baisse begrenzt. Für längere Seitwärtsphasen mit großen Ausschlägen nach oben und unten ist das Papier dagegen nicht optimal.
Bildquellen: Pixelio/Z.Görmen