18.03.2013 06:00
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China macht den Unterschied

Kupfer: China macht den Unterschied
Kupferpreis
Kupfer: Wegen Chinas Rohstoffhunger stehen die Chancen gut, dass das Industriemetall teurer wird. Anleger haben zwei ­Möglichkeiten, sich zu ­positionieren.
€uro am Sonntag

von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal

Die Metalldiebe gehen immer dreister vor. Jetzt werden schon bei den auf der Straße zur Sperrmüllabholung stehenden Kühlschränken die Kupferaggregate ausgebaut und anschließend auf dem freien Markt verkauft. Rund fünf Euro pro Kilo zahlen Schrotthändler derzeit. Doch viel mehr werden die Diebe kurzfristig nicht bekommen. Denn Kupfer ist auf Monatssicht rund fünf Prozent billiger geworden, vor allem aufgrund von Ängsten, dass die chinesische Wirtschaft nicht so stark wachsen wird, wie dies bislang erhofft worden war.

Rund 7.770 US-Dollar müssen Käufer aktuell pro Tonne bezahlen. Mittelfristig können die Schrottdiebe auf steigende Preise hoffen. Denn Analysten gehen davon aus, dass der Kupferpreis im Jahresverlauf sogar in den Bereich von 10.000 US-Dollar klettern kann, weil China mehr Kupfer benötigt.

In diesem Jahr soll das Reich der Mitte rund zehn Prozent mehr Kupfer verbrauchen als im Vorjahr. Dies würde etwa einem Bedarf von neun Millionen Tonnen entsprechen. Weltweit wird ein Bedarf von 21 Millionen Tonnen erwartet. Damit hängt der Kupferpreis extrem an der Entwicklung in China. So könnten auch die derzeit noch recht hohen Lagerbestände zügig abgebaut werden und sogar ein Angebotsdefizit entstehen — zumal der Kupferabbau aufgrund steigender Energiekosten immer teurer wird.

Kupfer notiert aber leicht im Contango. Das bedeutet, dass spätere Future-Fälligkeiten zu höheren Preisen gehandelt werden als der Spotpreis. So müssen für Futures mit Fälligkeit im Dezember an der London Metal Exchange derzeit rund 7.850 US-Dollar pro Tonne bezahlt werden. Daher entstehen bei der Endlosanlage via Indexzertifikat kleinere Rollverluste. Wer auf Chinas Aufschwung setzen will, kann aber trotzdem zum währungsgesicherten Open-End-Zertifikat greifen, das bei der Société Générale mit derzeit 2,0 Prozent Quantogebühr offeriert wird (ISIN: DE 000 SG9 F31 8).
Zur Vermeidung von Rollverlusten eignet sich auch ein Tracker von Vontobel (DE 000 VT4 RRR 5), der eine Strategie verbrieft, der bei Contango-Situationen in Minenaktien umschichtet und nur in Backwardation-Zeiten auf Kupfer-Futures setzt. Aktuell ist die Strategie — wie schon seit Emission im April 2012 — in Minenaktien investiert. Die Rendite ist mit minus elf Prozent seit Emission enttäuschend. Minenaktien leiden zum einen unter erhöhten Energiepreisen, zum anderen unter Streiks.

Bildquellen: xfox01 / Shutterstock.com
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