von Georg Pröbstl, €uro am Sonntag
Bei vielen Anlegern dürfte die Stimmung momentan eher gedämpft sein. Die Hochs aus dem vergangenen Jahr sind weit weg, die Kursgewinne seit Jahresbeginn weitestgehend verpufft. Während der DAX 22 Prozent unter den 2007er-Hochs notiert, verbuchen viele Einzelwerte sogar noch weit höhere Verluste. Andererseits: Die Aktienmärkte könnten durchaus wieder ins Laufen kommen, sollte der ganze Schuldenschlamassel erfolgreich bewältigt werden. Warum also sollte der DAX in fünf Jahren nicht bei 10.000 Punkten stehen?
Wer auf ein solches Szenario setzt, steigt am besten jetzt schon ein. Oder kauft lang laufende Optionsscheine. Die Société Générale hat kürzlich 333 Call-Optionsscheine auf europäische Bluechips mit Laufzeiten bis 2017 emittiert. Doch Vorsicht, die Papiere haben zum Teil ihre Tücken. Anleger sollten sich also vorab genau über die Ausgestaltung der einzelnen Calls informieren. Denn bei einigen dieser Langläufer müssen Anleger schon auf ein Wunder hoffen, um in fünf Jahren einen Gewinn zu machen.
So liegt bei dem Call auf die Aktie der Deutschen Telekom der Basispreis bei 22 Euro. So teuer war die Aktie zuletzt 2001. Selbst bis zum Laufzeitende des Calls im Dezember 2012 dürfte dieses Niveau nicht erreicht werden. Zudem mindert ein hoher Spread die Gewinnchance. Von einem solchen Schein (ISIN: DE 000 SG2 6WH 8) ist absolut abzuraten.
Aber es finden sich auch spannende Warrants. Etwa ein Call auf France Télécom (ISIN: DE 000 SG2 6W7 1). Angesichts der 2008er-Kurshochs um 25 Euro scheint der Basispreis von zwölf Euro bei einem Kurs der Aktie von 10,29 Euro durchaus erreichbar. Hier sind 500 Prozent Gewinn drin, falls die Aktie der France Télékom bis zum Ende der Laufzeit am 2. Januar 2015 auf ihr Zwischenhoch aus dem vergangenen Jahr bei 15 Euro klettert.
Auch Iberdrola hat das Zeug zum Renner. Der Call (ISIN: DE 000 SG2 6XR 5) verspricht ein Plus von 200 Prozent, falls die Aktie bis Dezember 2017 ihr 2011er-Hoch erreicht. Vielversprechend ist auch der Warrant (ISIN: DE 000 SG2 6V6 4) auf Deutsche Lufthansa. Hebt die Notierung der Airline ab und steigt sie bis Dezember 2014 auf 18 Euro — auf diesem Niveau stand die Aktie Ende 2010 —, sind mit dem Schein 300 Prozent verdient.
Fazit: Bei den Langläufern hilft nur genaues Hinsehen. Manche haben wohl unerreichbare Basispreise und hohe Spreads. Bei anderen könnte sich bei Laufzeiten von mehreren Jahren das Warten als Volltreffer erweisen.
Bildquellen: Julian Mezger