von Jens Castner, €uro am Sonntag
Gemeinsam mit dem Frankfurter Indexanbieter Structured Solutions hat die HypoVereinsbank zwei interessante Themenzertifikate aufgelegt, die nach Erdbeben, Flut und Atomkatastrophe in Japan unterschiedlicher nicht sein können.
Der Tracker auf den Solactive-Home-Entertainment-Index (ISIN: DE 000 HV3 H0E 7) erscheint zum
gegenwärtigen Zeitpunkt noch ein wenig spekulativ. Sechs der 20 Werte kommen aus Japan, wo Unterhaltungselektronik eine der wichtigsten Exportindustrien ist. Sony, Sharp, Pioneer, Panasonic, Nintendo und Konami sind deshalb gesetzt.

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Weitere Schwergewichte kommen aus den USA, darunter Filmproduzenten wie Walt Disney, Fernseh- und Kabelnetzbetreiber wie Comcast und Videospiele-Spezialisten wie
Activision Blizzard und Electronic Arts. Da mit Vivendi nur ein Titel aus der Eurozone enthalten ist, besteht ein gewisses Währungsrisiko. Deutsche Aktien sind nicht enthalten.
Wer heimische Werte sucht, wird beim zweiten Zertifikat fündig, das sich auf den Deutschen Maschinenbau-Index von Solactive bezieht (ISIN: DE 000 HV3 DMB 6). Dieses Produkt verspricht bereits kurzfristig interessant zu werden. Denn deutsche Maschinenbauer exportieren relativ wenig nach Japan, vielmehr sind Indien und China die wichtigsten Abnehmer außerhalb Europas. Und so tragisch es ist: Die Deutschen dürften in nächster Zeit eher Marktanteile hinzugewinnen, da die wichtigsten Wettbewerber oft in Japan sitzen, wo viele Produktionsbänder stillstehen.
Die im Index versammelten Top 15 aus Anlagen- und Maschinenbau sind deshalb in der allgemeinen Börsenpanik der vergangenen Woche fast ausnahmslos zu Unrecht in Sippenhaft genommen worden. Der jüngste Rückschlag an den Märkten ist deshalb eine Einstiegschance, auch wenn sich die Aussichten für die Weltkonjunktur etwas eingetrübt haben.
Der Index bietet einen vielversprechenden Mix: Neben klassischen MDAX-Titeln wie Dürr, Gea, Gildemeister, Kuka, Krones oder Wacker Neuson kommen mit Werten wie Aixtron, Mühlbauer und Pfeiffer Vacuum auch Hightech-Maschinenbauer aus dem TecDAX nicht zu kurz.
Beide Zertifikate sind bereits an der Börse handelbar und haben keine Laufzeitbegrenzung. Mit 0,85 Prozent Management-Fee und 0,15 Prozent Indexberechnungsgebühr sind die Kosten angemessen.
Die Dividenden werden in die Indizes eingerechnet.