08.06.2013 12:00
Bewerten
 (0)

Zertifikatebranche: Nicht immer fair

Zertifikate: Nicht immer fair
Neue Studie
Laut einer Studie der Ratingagentur Scope variiert die Preisgestaltung der Emittenten stark.
€uro am Sonntag

von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Je komplexer ein Zertifikat, des­to schwerer ist es für Anleger, versteckte Kosten zu erkennen. Die Ratingagentur Scope hat bei einer Untersuchung von 750 Aktienanleihen, Bonus- und Discountzertifikaten große Preisunterschiede bei 18 Emittenten festgestellt. Die Berliner verglichen dazu für sämtliche Handelstage im Mai 2013 die von den Emittenten offerierten Verkaufspreise mehrmals täglich mit dem „Fair Value“. Dieser innere Wert eines Zertifikats ergibt sich, wenn es in die Komponenten Anleihe und Option zerlegt wird. Diese Einzelteile werden maßgeblich vom Zins, der Bonität des Emittenten, dem Kurs und der impliziten Volatilität des Basiswerts bestimmt. Mathematisch lässt sich anhand dieser Kriterien der faire Preis errechnen.

Bei den Bonuspapieren sind die Unterschiede immens. So ist die ­Abweichung vom Fair Value beim schlechtesten Anbieter WGZ Bank um 6,4 Prozent höher als beim besten Morgan Stanley. Bei den Discountern beträgt die Preisdifferenz zwischen Primus Vontobel und dem Letzten Erste Group 4,04 Prozent. Bei Aktienanleihen schlägt Goldman Sachs 1,17 Prozent mehr auf den fairen Preis drauf als die besten Konkurrenten. Je höher die Abweichung des vom Anbieter gestellten Verkaufspreises zum Fair Value, desto geringer ist die Anlegerrendite, da das nicht erkennbare Kosten sind. Die Unterschiede ergeben sich durch verschiedene Gewinnmargen der Emittenten, aber auch wegen dif­ferierender Risikoeinschätzungen und Dividendenprognosen. 

Bildquellen: Laborant / Shutterstock.com, travellight / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Wall Street feiertagsbedingt geschlossen -- Griechisches Verfassungsgericht lässt Referendum zu -- K+S, Facebook im Fokus

Tsipras schwört seine Anhänger auf 'Nein' bei Referendum ein. Knappes Ergebnis bei Hellas-Referendum erwartet. Friedliche Demonstration gegen Sparauflagen für Griechenland. Alter Flughafen Berlin-Schönefeld bleibt länger am Netz. Tsipras fordert Schuldenschnitt und 20 Jahre mehr Zeit. Im Übernahmepoker um K+S verhärten sich die Fronten. Tsipras: Ein Nein beim Referendum wäre kein Ende der Verhandlungen. Varoufakis: Einigung mit Gläubigern kommt in jedem Fall zustande.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Diese Aktien stehen bei Hedgefonds ganz oben

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?