von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Kroatien will in die Europäische Union (EU). Im Juli kommenden Jahres soll es so weit sein. Doch bis dahin wird es noch zahlreiche Diskussionen auf politischer Ebene geben. Denn mit einem Beitritt zur EU ist auch die zeitnahe Einführung der Gemeinschaftswährung Euro verbunden.
Doch die kroatische Führung hat daran kein Interesse. Die Angst, dass der Euro viele Wettbewerbsvorteile entziehen könnte, ist groß. Vor allem der Tourismussektor könnte leiden. Dieser hat sich in Kroatien in den vergangenen Jahren zu einem enorm wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Er trägt rund ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes. Mehr als zwölf Millionen Touristen sollen 2012 in die Urlaubsregionen geströmt sein — ein neuer Rekord.
Damit es überhaupt zu einer Euroeinführung kommen kann, müssten die Maastricht-Bedingungen erfüllt sein. Davon ist Kroatien derzeit weit entfernt. Das Land ist in eine Rezession gerutscht, die Verschuldung viel zu hoch. Bis 2008 war die Entwicklung sehr positiv. Der Nachholeffekt hatte für ein solides Wachstum gesorgt. Mit der Finanzkrise stürzte Kroatien 2009 aber tief ab.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um rund sechs Prozent. 2010 kam es zu einer Verbesserung, das BIP blieb aber negativ. 2011 erreichte die Wirtschaft ein kleines Wachstum, das aber schon in diesem Jahr zu einem Minus wird. So geht der Internationale Währungsfonds (IWF) derzeit von einem BIP-Abschlag von 1,1 Prozent aus. Für 2013 blicken die IWF-Experten positiver nach vorn: Hier wird ein Wachstum von einem Prozent erwartet. Der EU-Beitritt soll dabei helfen. Denn das Land verspricht sich davon einen Schub, vor allem durch Fördermittel aus Brüssel, aber auch durch fachliche Hilfe, die eine Eindämmung der Korruption vorantreibt.
Tracker als Beimischung
Der Leitindex der Börse in Zagreb, der Crobex, steht auf Jahressicht gut drei Prozent im Minus. Schwergewichte sind der Tabakkonzern Adris Grupa, Hrvatski Telekom und der Nahrungsmittelkonzern Podravka.
Ein Indexzertifikat auf den Crobex (ISIN DE 000 AA0 F67 7) hat die RBS im Angebot. Es ist nicht währungsgesichert und kommt mit einem Spread von einem Prozent aus. Eine Managementgebühr wird nicht erhoben.
Mit Blick auf den EU-Beitritt und den langfristig positive Perspektiven des Landes kann der Tracker mit einer kleinen Tranche in ein spekulatives Depot hinein.
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