von Joachim Spiering, €uro am Sonntag
Wenn Robert Shiller über den amerikanischen Häusermarkt spricht, dann sollten Börsianer genau hinhören. Denn ob die US-Immobilienpreise steigen oder fallen, ist für das Wohl und Wehe der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt von enormer Bedeutung. Und Robert Shiller ist so etwas wie der Oberexperte in diesem Bereich. Der Professor für Volkswirtschaft an der Yale University hat den viel beachteten S & P/Case-Shiller-Index mitgeschaffen, der die Preisentwicklung in den 20 größten Städten der USA erfasst — und sieht jetzt erste Anzeichen einer Erholung.
Sechs Jahre in Folge sind die Immobilienpreise gesunken. Doch inzwischen zeichne sich in den Topregionen eine Trendwende ab, so Shiller vergangene Woche in einem Interview. „Die Leute bekommen wieder diese spekulative Leidenschaft.“
Vor allem die enorm niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass immer mehr Bürger sich wieder für ein eigenes Heim interessieren. Dabei treffen sie oft auf ein knappes Angebot. Folge: Die Preise ziehen an. In San Francisco kosten Eigenheime bereits 16 Prozent mehr als im Vorjahr, in Phoenix sogar 26 Prozent. Auch der Case-Shiller-Index deutet in diese Richtung. Seit Anfang April ist der Abwärtstrend gestoppt, die Kurve zeigt nach oben.
Trotz der schleppenden US-Konjunktur gehen viele Experten davon aus, dass der Immobilienmarkt das Schlimmste überstanden hat. Selbst in Miami, das von dem Preisverfall besonders hart betroffen war, belebt sich der Markt. Laut Case-Shiller-Index sind die Preise hier auf Jahressicht um 8,2 Prozent gestiegen.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den Aktienkursen vieler Unternehmen wider. So ist die Notierung des Wohnungsbaukonzerns D. R. Horton dank guter Zahlen seit Jahresbeginn um 50 Prozent gestiegen. Das Zertifikat der RBS auf den S & P-Housebuilding-Index läuft ebenfalls exzellent (und ist seit Kurzem im offensiven Musterdepot enthalten.)
Die Bank Vontobel bietet seit Kurzem ebenfalls ein Partizipationszertifikat auf einen US-Housing-Basket an (ISIN: DE 000 VT5 C7S 0). Der Aktienkorb enthält 17 Firmen aus den Sektoren Bauunternehmen, Baumärkte, auf Hypotheken spezialisierte Banken sowie Industriewerte mit Geschäftsbezug zum Häusermarkt. Aus unserer Sicht ein guter Mix, der den gesamten Markt sehr gut abdeckt. Die Nachteile: Zum einen ist es nicht währungsgesichert, weshalb eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar Kursgewinne auffressen könnte. Zum anderen beträgt die Laufzeit nur zwei Jahre.
Die Managementgebühr liegt bei 0,5 Prozent per annum.