von Marc Hofmann, €uro am Sonntag
Vor rund einer Woche meldeten japanische Forscher einen Sensationsfund. Auf dem Grund des Pazifiks lokalisierte ein Expeditionsteam enorme Vorkommen der sogenannten Seltenen Erden. Die Lagerstätten werden auf 100 Milliarden Tonnen geschätzt. Laut Angaben der Zeitung „Nikkei“ soll es sich vor allem um Neodym, Lanthan, Yttrium und Dysprosium handeln, das in einer Tiefe von 3.500 Metern liegt.
Die Metalle sind für die Elektroindustrie unverzichtbar. So kommen zum Beispiel Neodymmagnete in Generatoren von Hybridautos und Windkraftanlagen zum Einsatz. Andere Metalle wie Yttrium oder Lanthan sind für die Herstellung von Mobiltelefonen unerlässlich. Bislang wurden die globalen Vorkommen der Seltenen Erden auf 110 Millionen Tonnen geschätzt. Sollten die Tiefseevorkommen tatsächlich erschlossen werden, so könnte dies zu einem Preisverfall führen. „Doch das wird frühestens in ein paar Jahren der Fall sein“, meint James Steel, Analyst der HSBC.
Vorerst bleiben die Erden also rar. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise zum Teil verfünffacht. Verantwortlich für die Rally ist China. Denn das Land, das rund 97 Prozent der Weltproduktion kontrolliert, drosselte im Januar seine Exporte. Für Neodym, Lanthan, Cer und Europium wurde die jährliche Exportquote auf 35.000 Tonnen festgesetzt. Für andere Metalle wie Yttrium, Thulium und Terbium wurde sogar ein Exportverbot verhängt. Für 2011 wird daher mit einer Angebotslücke von 45.000 Tonnen gerechnet. Das sollte die Preise weiter stützen.

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Ein Investment in Seltene Erden gestaltet sich für Anleger allerdings schwierig. Zertifikate auf die Rohstofffutures gibt es nicht. Es ist nur möglich, in die Aktien von Förderunternehmen zu investieren. Produkte wie das Rare Earth Zertifikat von EFG (ISIN:CH0112279168) bündeln die Wertentwicklung von gleich mehreren Konzernen. Das bescherte Anlegern in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 215 Prozent. Doch hier lauern Risiken. Neben den Aktien von Lynas oder Molycorp Minerals, die tatsächlich Seltene Erden fördern, enthalten die Zertifikate auch Explorationsunternehmen. Die Kurse dieser Pennystocks werden oft nur von der Hoffnung auf Funde getrieben. Entsprechend riskant ist das Investment.