13.02.2013 17:00
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Mehr Ertrag, selbes Risiko - dank Outperformance-Zertifikate

Mehr Ertrag, selbes Risiko - dank Outperformance-Zertifikate
Same risk, more fun
Outperformance-Papiere: Überproportional von steigenden Kursen profitieren.
€uro am Sonntag

von Benjamin Feingold, Euro am Sonntag

Die politischen Sorgen in der Eurozone machen sich wieder bemerkbar. Lange Zeit war es ruhig um die Eurokrise geworden, doch die Wahlen in Italien Ende Februar und die aktuelle Regierungskrise in Spanien setzten den Aktienmärkten in der vergangenen Woche kräftig zu. Der DAX fiel kurzzeitig unter die Marke von 7.600 Punkten, statt wie erhofft weiter Richtung 8.000 Zähler zu marschieren. Auch der Euro Stoxx 50 gab deutlich nach.

Doch sind es wirklich nur die politischen Risiken, die für die Korrektur sorgen? Oder benötigte der Markt ohnehin eine Atempause? „Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen ist weiter intakt“, glaubt Chefanalyst Philippe Gijsels­ von BNP Paribas Fortis. „Die aktuelle Schwäche ist nur eine Konsolidierung. Die Märkte nutzten die Probleme in Italien und Spanien als Ausrede. Sie hätten auch andere Gründe finden können“, meint der Franzose.

Optimisten nutzen Börsen mit den kurzen Beinen zum Einstieg in Outperformance-Zertifikate, um leicht gehebelt von steigenden Kursen zu profitieren. Die Papiere sind aktuell günstig bewertet, da bei niedriger Volatilität höhere Hebel darstellbar sind. Derzeit sind sie eine gute Alternative zu Aktien- oder Indexanlagen.

Fundamental sprechen die jüngsten Daten ohnehin für weiter anziehende Kurse. Die Unternehmensergebnisse in Europa haben in Summe positiv überrascht und den Markt gestützt. Auch der steigende Einkaufsmanagerindex in der Eurozone signalisiert weiter Erholung.

Bei den Einzelwerten lohnt es sich, genau hinzuschauen. So konnte die Aktie von Daimler trotz enttäuschender Geschäftsergebnisse für das abgelaufene Jahr zulegen. Denn Daimler-Chef Zetsche hatte die Erwartungen im Vorfeld reduziert und ein milliardenschweres Sparpaket angekündigt, das nach eigenen Angaben gegen Ende 2013 greifen soll. Dennoch gab es zuletzt jede Menge Analystenlob für den Titel, unter anderem von der Commerzbank, die auf die guten Januar-Absatzzahlen der Stuttgarter in China und den USA verwies. Positiv ist auch die Tatsache, dass die Dividende stabil bei 2,20 Euro bleibt.

Die Dividende macht’s
Aktien wie Daimler eignen sich als Basiswert für ein Outperformance-Zertifikat besonders gut. Nicht nur Kurspotenzial ist vorhanden, auch die hohe Ausschüttung sorgt für eine attraktive Ausstattung der Papiere. „Je höher die Dividende, desto besser sind tendenziell die Konditionen von Outperformance-Zertifikaten“, erklärt Nicolai Tietze, Derivatespezialist der Deutschen Bank. Als Ausgleich für den Dividendenverzicht partizipieren Anleger mit einem festgelegten Hebel an steigenden Kursen des Basiswerts. Im Regelfall beträgt der Hebel 1,5 bis 2.

Bei der Auswahl des geeigneten Papiers sollten Anleger auf den Basispreis achten, da hier die OutperformanceZone beginnt. Das ausgewählte Zertifikat auf Daimler hat seinen Basispreis bei 43 Euro, der in etwa auf dem Niveau des aktuellen Kurses liegt. Die Laufzeit endet im Dezember 2013 und der Hebel beträgt 1,5. Steigt der Kurs zum Beispiel bis zur Fälligkeit auf 50 Euro, wird die Differenz zum Basispreis mit dem vorgesehenen Hebel von 1,5 multipliziert (hier: 7 Euro x 1,5 = 10,5 Euro) und zum Basispreis addiert. In diesem Fall bekommen Anleger 53,50 Euro statt der 50 Euro bei der Aktie selbst.

Bei Kursen unterhalb des Basispreises am Laufzeitende vollzieht das Papier die Aktien- oder Indexverluste eins zu eins nach, also nicht überproportional. Daher ist es ratsam, Outperformance-Zertifikate zu erwerben, deren Basispreise in etwa auf dem aktuellen Kursniveau liegen. Notieren die Papiere bereits höher als der Basispreis, verlieren sie bei einem Kursrückgang überproportional, da der Hebel in der Outperformance-Zone auch abwärts wirkt. Der Hebeleffekt zeigt sowohl nach oben als auch nach unten erst zur Fälligkeit hin seine volle Wirkung.

Wer das Einzelinvestment scheut, kann sein Investment über Outperformance-Zertifikate auf den DAX und den Euro Stoxx 50 breiter streuen. Jedoch erfassen politische Unsicherheiten auch Indizes. Daher sollten Anleger auch bei nur moderat gehebelten Ins­trumenten mit Stoppkursen arbeiten.

Bildquellen: Vladimir Jotov / Shutterstock.com
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