von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Vergangene Woche war Jahrestag des 11. September 2001. Im Fernsehen konnten die Zuschauer auf vielen Kanälen zahlreiche Berichte und Dokumentationen zu den Terroranschlägen in den USA verfolgen. Das große Interesse auch noch elf Jahre nach der Katastrophe zeigt ganz klar: Die Anschläge haben die Welt verändert. Das Thema Sicherheit wird seither ganz großgeschrieben. Da sind beispielsweise die Kontrollen an Flughäfen, die Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen, in privaten Geschäften und Unternehmen, da ist der Ausbau des Sicherheitspersonals oder die elektronischen Zugangssysteme für Türen sowie Bewegungsmelder.
Auch das Internet hat die Welt verändert. Bei Schutzsystemen für IT und Computer mit Virenprogrammen und Scannern gibt es ebenfalls starke Wachstumsraten. Auch Einkäufe oder Bankgeschäfte via Internet müssen sicher sein, ebenso wie der Einsatz von Kreditkarten und das Geldabheben am Automaten.
Umsatz hat sich verzehnfacht
Sicherheit wird immer mehr ein Riesengeschäft. In Deutschland kletterte der Umsatz allein mit elektronischen Sicherheitssystemen zwischen 2006 und 2011 nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um 16,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Insgesamt legte der Markt in Deutschland nach Angaben des ZVEI zwischen 2009 und 2011 um 6,8 Prozent auf elf Milliarden Euro zu. Extrahohe Wachstumsraten verspricht der Bereich IT-Sicherheit, der in diesen Zahlen nicht enthalten ist. Studien zufolge soll sich das Marktvolumen in Deutschland zwischen 2008 und 2015 von fünf auf über zehn Milliarden Euro verdoppeln.
Weltweiter Branchenboom
Aber nicht nur in Deutschland, weltweit boomt die Branche. So hat sich nach Angaben der Europäischen Kommission der Umsatz im weltweiten Sicherheitsmarkt zwischen 2001 und 2011 auf rund 100 Milliarden Euro fast verzehnfacht.
Entsprechend stark gewachsen sind viele Firmen, die sich mit diesem Thema befassen. So verzeichnet Assa Abloy, eine schwedische Spezialfirma für elektronische Türsicherungssysteme, seit Gründung im Jahr 1994 ein Umsatzplus von 1.100 Prozent — also das Zwölffache — auf rund fünf Milliarden Euro. Der operative Gewinn stieg sogar um 4.100 Prozent, also auf mehr als das 40-Fache. Der Sicherheitsdienstleister G4S verdreifachte seinen Umsatz mit Beratung und Diensten etwa im Personen- und Objektschutz seit 2003 auf über neun Milliarden Euro.
Stark läuft es auch beim japanischen Sicherheitsexperten Secom. Der Konzern mit Hauptsitz in Tokio verbuchte mit seinen Sicherheitslösungen für Privathäuser, etwa Alarmsystemen für Fenster und Türen, seit 2005 ein Umsatzplus von 80 Prozent auf rund 7,5 Milliarden Euro.
Mit dem rasanten Wachstum kletterten auch die Kurse der Aktien. Der Notierung von G4S beispielsweise legte seit 2004 um 130 Prozent zu, mit Assa Abloy erzielten Anleger in vier Jahren ein Plus von 100 Prozent.
Beide Unternehmen sind im Global-Security-Index von Société Générale enthalten und zusammen mit Sicom mit einem Indexgewicht von rund zehn Prozent die gewichtigsten Werte unter den 24 Indexmitgliedern.
Dort findet sich alles, was in der internationalen Sicherheitsbranche — egal ob bei Elektronik, Dienstleistung oder IT — Rang und Namen hat. Beispielsweise auch Firmen wie Kudelski, Checkpoint Systems, Brink’s, Securitas, Symantec oder Check Point Software.
Zertifikat klar besser als der DAX
Anleger können mit einem Partizipationszertifikat (ISIN: DE 000 SG0 4GS 5) auf diesen Sicherheitsindex vom Boom der Branche profitieren. Seit Auflegung im Juli 2007 verschafft das Papier Anlegern ein Plus von 20 Prozent und damit gegenüber dem DAX eine klare Outperformance von rund 30 Prozentpunkten.
Das Zertifikat läuft endlos, ist nicht währungsgesichert, die Managementgebühr beträgt ein Prozent im Jahr.
Im Börsencrash vom Sommer 2011 zeigte sich das Papier übrigens mit einem Kursrückgang von rund 20 Prozent weit sicherer als der DAX mit einem Minus von über 30 Prozent.