von Jens Castner, €uro am Sonntag
Wo die unternehmerische Freiheit am Größten ist, sind die besten Geschäfte zu machen. So zumindest besagt es die Theorie. Und die Praxis am Aktienmarkt bestätigt: Während der MSCI World noch deutlich von den Höchstständen des Jahres 2007 entfernt ist, hat der von Structured Solutions berechnete Solactive-Index of Economic Freedom seine damalige Rekordfahrt wieder aufgenommen.
Mit einem Indexzertifikat des Schweizer Emittenten EFG Financial Products (EFG FP) können Anleger das Börsenbarometer nachbilden. Das Konzept geht auf eine Idee der Heritage Foundation zurück, einer der bedeutendsten US-Sachverständigenkommissionen. In Zusammenarbeit mit dem „Wall Street Journal“ erstellt die Stiftung seit 1995 jedes Jahr eine Rangliste, in welchen Ländern der Erde dem freien Unternehmertum die wenigsten Steine in den Weg gelegt werden.

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Dabei bedient man sich im Wesentlichen der Kriterien des schottischen Philosophen und Wirtschaftswissenschaftlers Adam Smith aus dem Jahr 1776: Neben Geschäfts- und Investitionsfreiheit werden Handelsbarrieren, Steuern, Preisstabilität und Eigentumsrechte bewertet. Auch Punkte wie Korruption, Arbeitsmarktsituation und Unabhängigkeit der Banken fließen mit ein.
Für Deutschland reicht es – unter anderem wegen hoher Steuern, starker Regulierung des Arbeitsmarkts (Kündigungsschutz, komplizierte Einstellungsverfahren) und weiterer bürokratischer Hemmnisse – nicht zu einem Platz unter den Top Ten. Europas Musterknaben hinsichtlich wirtschaftlicher Freiheit sind die Schweiz, Dänemark und – zumindest noch – das krisengeschüttelte Irland. Im Kampf um die Spitzenplätze allerdings haben die Europäer wenig zu bestellen: Hongkong, Singapur, Australien und Neuseeland bieten im internationalen Vergleich die besten Rahmenbedingungen. Kanada, die USA und Chile komplettieren die Top Ten.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird der Solactive-Index mit den, gemessen am Börsenwert, fünf bedeutendsten Aktien der zehn liberalsten Nationen bestückt. Das hat eine Dominanz der Finanztitel zur Folge, da etwa Investmentgesellschaften wie Berkshire Hathaway und Hutchison Whampoa dieser Branche zugerechnet werden.
Platz 2 in der Branchenwertung nehmen nichtzyklische Konsumgüter ein (repräsentiert durch Konzerne wie Nestlé oder Carlsberg), gefolgt von Industrie (General Electric, Ingersoll Rand) und Rohstoffen (Quimica, Barrick Gold).
Einen besonderen Reiz erhält der Länder- und Branchenmix durch die Gleichgewichtung aller Titel. Exoten wie die neuseeländische Contact Energy oder die chilenische LAN Airlines haben den gleichen Einfluss auf die Wertentwicklung wie die US-Schwergewichte Exxon und Apple. Bei den gängigen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Börsenbarometern anderer Indexanbieter ist die Performance kleinerer Werte dagegen oft zu vernachlässigen.
Die mit 20 Prozent relativ hohe Gewichtung von Australien und Neuseeland birgt nach den Naturkatastrophen sowohl Chancen als auch Risiken. Zum einen leiden australische Minengesellschaften wie BHP Billiton und Rio Tinto, zum anderen dürften Banken wegen der Wiederaufbauarbeiten von einer verstärkten Kreditnachfrage profitieren.
Als Newcomer am deutschen Zertifikatemarkt will sich EFG Financial Products durch ein hohes Maß an Transparenz, vor allem durch fortlaufend aktualisierte Produktbeschreibungen im Internet einen Namen machen. Bei einem Teil der Zertifikate (meist defensive Produkte wie Aktienanleihen) wird zudem das Emittentenrisiko durch ein spezielles Pfandbesicherungssystem der Schweizer Börse minimiert. Das Programm namens Cosi gibt Emittenten die Möglichkeit, hochwertige Wertpapiere wie Staatsanleihen solventer Schuldner zu hinterlegen, was Anleger im Insolvenzfall vor einem Totalverlust à la Lehman schützt.
Im Fall des Economic-Freedom-Zertifikats (ISIN: CH 012 230 718 1) hat man sich für dieses aufwendige Verfahren entschieden. Denn: „Hier handelt es sich um eine langfristige Strategie, wie die Laufzeit von zehn Jahren dokumentiert“, erklärt Pedram Payami, der bei EFG FP den öffentlichen Vertrieb verantwortet. Der Preis der zusätzlichen Sicherheit liegt bei aktuell etwa 0,25 Prozent, die in der jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,2 Prozent enthalten sind. Die Dividenden werden in den Index mit eingerechnet.
Bildquellen: Michela Lietti