aktualisiert: 03.07.2012 16:59
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Solarstromförderung gedeckelt: Wenig Platz an der Sonne

Solaraktien: Extrem heißer Markt für Investoren
Solarbranche
In der Solarindustrie gibt es einen ­Begriff, der bei den Chefs der Fotovol­taikfirmen den blanken Horror auslöst: „Deckel“.
€uro am Sonntag

von Joachim Spiering, €uro am Sonntag

In Spanien hat man vor einigen Jahren gesehen, wie ein Deckel wirken kann. Nachdem die spanische Regierung die Förderung des Zubaus an Solaranlagen kräftig gedeckelt hatte, brach die Sonnenindustrie in einem der damals größten Solarmärkte der Welt quasi über Nacht zusammen.

Jetzt wird also auch in Deutschland, dem größten Fotovoltaikmarkt weltweit, ein Deckel eingeführt. Darauf haben sich Bundestag und Bundesrat geeinigt. Demnach gibt es keine garantierte Einspeisevergütung mehr, sobald in Deutschland Solaranlagen mit 52.000 Megawatt (MW) Leistung auf Dächern und Wiesen installiert sind. Das entspräche der Leistung von 50 großen Kohlekraftwerken. Interessanterweise reagierten die ohnehin schwer gebeutelten Solaraktien nach dieser Meldung kaum. Manche Titel legten sogar zu. Grund: Mit diesem Deckel kann die Branche gut leben. Denn wahrscheinlich heizt er den in dieser Stärke ungewollten Solarboom sogar noch weiter an.

In den vergangenen Jahren lag der Zubau bei 7.000 MW pro Jahr — weit mehr als erwünscht. Bis Ende 2011 waren damit in Deutschland 25.000 MW verbaut. Durch die Einführung des Deckels ist nun damit zu rechnen, dass in den kommenden Jahren auf deutschen Dächern weiter kräftig Module verbaut werden. Schließlich will jeder Investor in den Genuss einer möglichst hohen Förderung kommen. Hinzu kommt: Im Vermittlungsausschuss wurde auch beschlossen, dass die Einspeisevergütung bei kleineren Solaranlagen nicht so stark sinkt wie zuvor geplant. Spätestens 2016 dürfte die Obergrenze von 52.000 MW erreicht sein. Für die Zeit danach wurde garantiert, dass Solarstrom vorrangig ins Netz eingespeist wird.

Ein Großteil der Module in Deutschland kommt inzwischen aus der (subventionierten) chinesischen Produktion. Inwieweit deutsche Hersteller von dem neuen Kompromiss profitieren werden, ist noch unklar. Topwerte seit vergangenen Mittwoch, als die Details bekannt wurden, sind aus deutscher Sicht Centrosolar und der Wechselrichterhersteller SMA Solar. Unter den chinesischen Herstellern lief Suntech besonders gut. Sehr spekulative Anleger setzen bei SMA mit Hebelprodukten auf schnelle weitere Kursgewinne (auf Centrosolar gibt es keine Scheine).

Doch Vorsicht: Der Preisdruck wird aufgrund hoher Überkapazitäten hoch bleiben. Insofern sind Solarinvestments einem extrem hohen Risiko ausgesetzt.

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