von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
Die Wacker-Chemie-Aktie hat eine kräftige Korrektur hinter sich. Vom Jahreshoch aus dem Februar bei rund 91 Euro war der Titel im November bis auf 40 Euro abgestürzt — der niedrigste Wert, seit der Konzern vor sechs Jahren an die Börse gegangen ist. Dass die Aktie so stark abgestraft wurde, ist kein Wunder: Wacker steckt in der Krise.
Die Zahlen zum vergangenen Quartal waren enttäuschend. Die Erlöse schrumpften um sechs Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, der Gewinn brach um 75 Prozent auf 27 Millionen Euro ein. Wacker bekommt die Solarkrise zu spüren. Denn das Unternehmen beliefert Fotovoltaikkonzerne mit hochreinem Silizium.
Daher hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr gekappt. Der Umsatz soll nun nur noch zwischen 4,6 und 4,7 Milliarden Euro liegen, nach 4,9 Milliarden im Jahr 2011. Beim Bruttogewinn (Ebit-
da) peilt der Vorstand inzwischen 750 Millionen Euro an — ein Minus von 25 Prozent.
Die große Masse der Kunden stammt aus der Solarindustrie. Hier hat sich Wacker Chemie frühzeitig auch in der Boomregion China positioniert. Seit mehr als 20 Jahren ist der Konzern mit eigenen Niederlassungen dort und in Taiwan vertreten. Allein in China hat Wacker bislang rund 400 Millionen Euro investiert. Aktuelle Planungen sehen weitere Investitionen von rund
600 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren vor. Der Lohn: Rund ein Fünftel des Jahresumsatzes wird bereits in China generiert — mit steigender Tendenz.
Charttechnisch hat sich die Situation der Aktie zuletzt aufgehellt. So hat der Titel zu einer Gegenbewegung angesetzt. Diese führte das Papier bereits über die 50-Euro-Marke. Doch mit Blick auf die Prognosen sollten die Bäume mittelfristig nicht in den Himmel wachsen.
Daher eignen sich Produkte mit hoher Seitwärtsrendite. Ein sehr gutes Beispiel ist ein Bonuszertifikat mit Cap von HSBC Trinkaus (ISIN: DE 000 TB5 B0P 4). Das Papier wirft 10,2 Prozent oder 9,9 Prozent per annum ab, wenn der MDAX-Wert
bis zur Fälligkeit im Dezember 2013 über 30 Euro (Sicherheitspuffer:
41,2 Prozent) notiert. Erfreulich: Das Bonus-Cap-Zertifikat kommt mit einem akzeptablen Aufgeld von rund sechs Prozent aus. Im Falle eines Barrierebruchs entstehen dem Anleger also nur recht geringe überproportionale Verluste.
Doch so weit darf es ohnehin nicht kommen. Anleger sollten die Position mittels Stopp im Bereich von
40 Euro absichern.