aktualisiert: 07.09.2012 15:46
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Neues Value-Zertifikat: Die Lieblinge der Superhirne

Superinvestoren
Buffett und Co haben es vorgemacht: Die besten Renditen sind langfristig mit Aktien von Unternehmen zu erzielen, die über Jahrzehnte erfolgreich Produkte des täglichen Bedarfs herstellen. Mit dem neuen Quality-Income-Zertifikat setzen Anleger auf diesen Effekt.
€uro am Sonntag

von Jens Castner, Euro am Sonntag

Die Zinsen in der Eurozone liegen mittlerweile deutlich unterhalb der Inflationsrate von zwei Prozent. Die Konjunkturaussichten sind unklar, weshalb Aktien als Alternative zu festverzinslichen Anlageformen nur wohldosiert infrage kommen.

Dass die wertorientierte Aktienanlage — englisch: Value-Investing — in solchen Zeiten eine Renaissance erfährt, ist kein Zufall. Da mit sicheren Staats- und Unternehmensanleihen kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, setzt eine Rückbesinnung auf den Grundgedanken jedes Aktienengagements ein: Schließlich kauft man nicht in erster Linie ein Wertpapier, sondern einen Anteil an einem Unternehmen.

Dauerläufer im Paket
Zu den Wegbereitern dieses Trends zählt der Indexanbieter Structured Solutions. Erst vor wenigen Wochen brachten die Frankfurter gemeinsam mit der UBS den Value-Investoren-Index auf die Beteiligungsgesellschaften der erfolgreichsten Anleger der Gegenwart heraus. Nun ­legen die Hessen noch einmal nach: Der neue SG-Quality-Income-Index setzt direkt auf die Dauerbrenner, die seit Jahren und manchmal auch Jahrzehnten im Fokus der Superinvestoren stehen.

Über ein Zertifikat der Société Générale (ISIN: DE 000 SG3 JGQ 9) können auch Privatanleger in den Index investieren, der je nach Marktlage zwischen 25 und 75 Aktien enthält. Zurzeit ist das Portfolio voll bestückt, unter anderem mit Papieren der Langnese-Mutter Unilever, des Ketchup-Kultherstellers Heinz, des Tabakgiganten Philip Morris International, des Value-Klassikers Coca-Cola und des Einzelhändlers Hennes & Mauritz. Da es sich um einen Performance-Index handelt, werden die weit überdurchschnittlichen Dividenden eingerechnet. Die Verwaltungsgebühr liegt bei einem Prozent pro Jahr.

Die Kunst des Value-Investors besteht darin, diejenigen Unternehmen herauszufiltern, deren Aktien auch nach einem Börsencrash bald wieder neuen Höchstkursen entgegenstreben. In den seltensten Fällen sind es Modethemen wie Techno­logie im Jahr 2000 oder Solarenergie nach dem Grundsatzbeschluss zum Atomausstieg, mit denen sich an der Börse langfristig Geld verdienen lässt. Solche Branchen werden meist eine Boomphase lang als neue Heilsbringer gehandelt, in der nächsten Baisse aber verschwinden sie in der ­Bedeutungslosigkeit.

Die Granden der Value-Szene — allen voran Börsenlegende Warren Buffett und sein kongenialer Partner Charly Munger — suchen in anderen Industriezweigen nach Investmentchancen. Fündig werden sie meist in unspektakulären Branchen wie Nahrungsmittel, Getränke, Einzelhandel und zuletzt auch Eisenbahnlinien.

Produkte des täglichen Bedarfs, die immer wieder gekauft werden müssen, Dienstleistungen, die auch in Krisenzeiten unverzichtbar sind, Markennamen, deren guter Ruf regelmäßige Preiserhöhungen zulässt — das sind die Felder, in denen sich Value-Anhänger wohlfühlen. Wenn das Geschäftsmodell dann auch noch durch eine starke Marktposition und hohe Eintrittsbarrieren „wie durch einen Burggraben“ (Buffett) vor Wettbewerb geschützt ist, müssen nur noch ­Bilanzqualität und Bewertung stimmen, damit Value-Investoren zuschlagen.

Um das zu ermitteln, werden die Unternehmen im Index auf verschiedene Kennziffern hin abgeklopft:
> Profitabilität (Gesamtkapitalrendite, Nettogewinn und Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit)
> Verschuldung (Anteil der langfristigen Verbindlichkeiten an der Bilanzsumme und Liquidität)
> Mittelherkunft und operative Effizienz (wachsende Margen und stetig steigender Umsatz)

Auch wenn Aktien schwanken und die Kurse gelegentlich scharf einbrechen können — wer nach Value-Kriterien anlegt und in schlechten Marktphasen nicht die Nerven verliert, wird lang­fristig mit weit überdurchschnittlichen Renditen belohnt. In der Rückrechnung hätte der Quality-Income-Index auf Einjahressicht 28,9 Prozent Plus gebracht. Auch im Fünfjahresrückblick wäre die Rendite positiv gewesen: 36,5 Prozent Performance entsprechen einem jährlichen Wertzuwachs von 6,4 Prozent. Mit Tages- oder Festgeld wäre das nicht zu erzielen gewesen, allenfalls mit hochverzinslichen Anleihen. Ob die weniger riskant sind als Aktien, bleibt eine Glaubensfrage.
Branchenmix (pdf)

Bildquellen: Katherine Welles / Shutterstock.com
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